Debatte um Verschleierung
Bonner Schülerin beendet wegen Burka die Schullaufbahn

Eine der beiden Bonner Schülerinnen, die wegen des Tragens einer Burka vom Schulunterricht ausgeschlossen worden waren, hat sich zum Schuljahresende von der Schule abgemeldet.

HB DÜSSELDORF. Für die restliche Zeit habe die volljährige Moslemin einen Antrag auf Befreiung vom Schulbesuch gestellt, teilte die zuständige Bezirksregierung Köln am Dienstag mit.

Die zweite Schülerin dagegen habe über ihren Anwalt erklären lassen, dass sie die den ganzen Körper verhüllende Kleidung an der Schule nicht mehr tragen werde und künftig eine andere öffentliche Schule besuchen werde.

Der Fall der beiden Jugendlichen hatte bundesweit für ein Aufflammen der Debatte über die Integration islamischer Bürger in die Gesellschaft gesogrt und eine Diskussion um die Einführung einheitlicher Schulkleidung oder gar von Schuluniformen ausgelöst. Vor allem die radikalislamischen Taliban hatten nach Übernahme der Herrschaft in Afghanistan Frauen zum Tragen der Burka gezwungen.

Regierungspräsident Hans Peter Lindlar bedauerte die Entscheidung der Schülerin, die die Totalverschleierung dem Schulbesuch vorzieht. „Dadurch lehnt sie die Integration in unsere Gesellschaft sichtbar ab und gefährdet vor allem ihre beruflichen Chancen für die Zukunft dauerhaft.“

Die Suspendierung der beiden Schülerinnen einer elften Klasse für zwei Wochen vom Unterricht sei richtig gewesen, bekräftigte der Schulleiter der Bonner Bertolt-Brecht-Gesamtschule, Ulrich Stahnke. „Damit ist geklärt, dass Unterricht ohne Zeigen des Gesichtes unmöglich zu realisieren ist und nur ohne Burka oder Niqab stattfinden kann.“

Die Bezirksregierung hatte den vorübergehenden Unterrichtsausschluss Ende April damit begründet, dass die permanente Diskussion um die Kleidung einen normalen Unterricht nicht mehr möglich gemacht habe.

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