Demis Roussos gestorben
„Goodbye, My Love, Goodbye“

Der griechische Sänger Demis Roussos ist gestorben. Auch in Deutschland stürmte sein Nummer-eins-Hit in den 70er-Jahren die Hitparade. 2013 ernannte Frankreich ihn zum Ritter der Ehrenlegion.
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AthenEr war ein Weltreisender in Sachen Musik, seinen größten Erfolg in Deutschland hatte er vor mehr als 40 Jahren: Mit Sänger Demis Roussos gestorben stürmte Demis Roussos mit seiner charakteristischen hohen Stimme 1973 die Charts und landete einen Nummer-eins-Hit. Nun ist der griechische Sänger in Athen gestorben. Er wurde 68 Jahre alt.

Roussos' in mehreren Sprachen aufgenommener Song „Goodbye, My Love, Goodbye“ stand in Deutschland auf Platz eins der Hitparade und war auch in anderen Ländern, nicht zuletzt in Frankreich, ein Erfolg. Auch die Songs „Rain and Tears“ und „Forever and Ever“ waren Kassenschlager. Seit 1971 war Roussos als Solokünstler tätig und verkaufte Millionen Platten. Seine letzte Aufnahme datiert aus dem Jahr 2009.
„Er hatte eine herausragende Stimme, er reiste durch die Welt ... er liebte sehr, was er tat“, würdigte ihn die griechische Sängerin Nana Mouskouri auf RTL France. „Er war ein Künstler, ein Freund. Ich hoffe, dass er jetzt in einer besseren Welt ist.“

Wie das private Krankenhaus Ygeia in der griechischen Hauptstadt am Montag mitteilte, starb Roussos bereits am Samstag. Die Nachricht bestätigte auch der französisch-griechische Entertainer Nikos Aliagas über Twitter. Über die Todesursache wurde nichts bekannt.

Roussos machte Ende der 1960er Jahre erstmals musikalisch Furore, als er mit dem griechischen Komponisten Vangelis (eigentlich: Evangelos Papathanassiou) und dem Musiker Loukas Sideras 1968 die Rockgruppe Aphrodite's Child („Rain And Tears“) gründete. Die Band produzierte drei Alben. Das von Vangelis komponierte experimentelle Konzeptalbum „666“ gilt als Klassiker des Progressive Rock. 1972 trennte sich die Gruppe.

Roussos setzte seine Solokarriere als Schlagersänger fort und feierte international Erfolge mit Songs wie „My Friend In The Wind“ und „Someday Somewhere“. Sein größter Hit in Deutschland wurde „Goodbye, My Love, Goodbye“ (1973); später folgten Schlager wie „Schönes Mädchen aus Arcadia“ oder „Schön wie Mona Lisa“. Lange Haare, dunkler Bart, weite Kaftans - die Auftritte des stimmgewaltigen Barden blieben in Erinnerung.

Demis Roussos wurde 1946 als Artemios Ventouris Roussos im ägyptischen Alexandria geboren. Seine Familie stammte aus Griechenland, lebte aber schon zwei Jahrzehnte in Ägypten. Ende der 1950er Jahre kehrte die Familie im Zuge der Suezkrise nach Griechenland zurück.

In den 1980er Jahren begann er, nur noch unter seinem Vornamen Demis aufzutreten, es entstanden Alben wie „Demis“ oder „Reflection“. Der Song „Quand je táime“ wurde Ende der 1980er Jahre in Frankreich einv großer Erfolg. 1989 nahm er ein Duett mit dem Sänger und Produzenten Drafi Deutscher auf: „Young Love““.

Im Film „Blade Runner“ interpretierte er einen Titel der von Vangelis komponierten Filmmusik. Schätzungen zufolge soll Demis Roussos rund 60 Millionen Platten verkauft haben. Im Juni 1985 war er an Bord eines Flugzeugs, das auf dem Weg von Athen nach Rom von der libanesischen Hisbollah nach Beirut entführt wurde. Er wurde nach einigen Tagen freigelassen.

Nachdem er über Jahre zurückgezogen lebte, hatte Roussos im September 2013 einen seiner letzten öffentlichen Auftritte: Aus den Händen des französischen Botschafters in Athen erhielt er die Auszeichnung eines Ritters der Ehrenlegion. Seine einst langen Haare und sein schwarzer Bart waren da längst weiß.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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