„Dennis“ bedroht Karibik
„Cindy“ wütet über Südosten der USA

Mit heftigen Regenfällen hat der Tropensturm „Cindy“ die Südostküste der USA heimgesucht. Hunderttausende Menschen waren ohne Strom, zahlreiche Landstriche überschwemmt. Neue Sorgen nährt nun der Sturm „Dennis“, der Haiti sowie Jamaika bedroht.

HB NEW ORLEANS. „Cindy“ suchte den Bundesstaat Louisiana mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 112 Kilometer pro Stunde heim. Der Sturm mähte Strommasten und Bäume im historischen Viertel von New Orleans um, wo Unternehmer ihre Geschäfte mit Sandsäcken verbarrikadiert hatten. Etwa 250 000 Menschen mussten ohne Elektrizität auskommen. Sie sollten nach Angaben des Unternehmens Entergy bis Donnerstag wieder Strom bekommen. Die einzige Autobahn in die Stadt war unpassierbar, weil Fischerboote eine Brücke gerammt hatten.

Kurz nachdem „Cindy“ die Küste erreicht hatte, verlor sie jedoch erheblich an Kraft. Am Mittwochmorgen (Ortszeit) stand das Zentrum des Sturms dem Nationalen Hurrikan-Zentrum der USA zufolge bei Biloxi im Staat Mississippi und war nur noch 48 Kilometer pro Stunde schnell.

Im Golf von Mexiko allerdings war der Wirbelwind noch so stark, dass Öl- und Gasplattformen ihre Förderung einstellen mussten. Die USA beziehen etwa ein Viertel ihres Verbrauchs aus dem Gebiet. Rund drei Prozent dieser Produktionskapazität sei ausgefallen, teilten die Behörden mit.

Das löste Nervösität an der Börse in New York aus, so dass der Preis für das Barrel (159 Liter) Öl wieder auf mehr als 60 Dollar kletterte. Damit lag er nahe dem Rekordhoch der vergangenen Woche. „Die Hurrikan-Bedrohung hat sicherlich die Sorgen der Leute genährt, dass die Raffinerien Schwierigkeiten bekommen, genügend zu produzieren - vor allem zu einer Zeit, wo die Nachfrage nach Benzin groß ist“, erklärte Analyst Daniel Hynes von ANZ Institutional Banking.

Diese Ängste schürte auch der Tropensturm „Dennis“, der am Mittwochmorgen (Ortszeit) 410 Kilometer südöstlich von Port-au-Prince in Haiti geortet wurde. Er driftete in Richtung der Förderanlagen und sollte den Vorhersagen zufolge die offizielle Windgeschwindigkeit eines Hurrikans erreichen: 177 Kilometer pro Stunde. In Haiti, wo vergangenes Jahr ungefähr 6000 Menschen bei Überschwemmungen starben, könnten seine schweren Regenfälle mit zehn bis 15 Zentimeter Niederschlag weitere Überflutungen verursachen.

Die Meteorologen prognostizierten, dass „Dennis“ am Donnerstag nordöstlich von Jamaika und am Freitag nahe der Cayman-Inseln ankommt. Jamaika gab bereits wie die Behörden im Südwesten Haitis eine Hurrikan-Warnung aus.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte, es sei das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen, dass sich zu einem so frühen Zeitpunkt in der Hurrikan-Saison bereits vier Tropenstürme über der Atlantik-Region gebildet hätten. Die Experten fürchten eine besonders aktive Saison.

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