Der Altersdurchschnitt ist auf 38 Jahre gesunken
Obdachlose werden immer jünger

Immer mehr junge Menschen in Deutschland werden einer Studie zufolge obdachlos. Rund ein Viertel aller Wohnsitzlosen sei inzwischen jünger als 28 Jahre, berichtete die Evangelische Obdachlosenhilfe am Freitag in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Auch die Gesundheitsversorgung der Obdachlosen habe sich „drastisch verschlechtert“. 40 Prozent aller Betroffenen seien krank, aber nur 25 Prozent befänden sich in ärztlicher Behandlung.

Nach Auskunft der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sind in Deutschland mindestens 400 000 Menschen obdachlos. Etwa 25 000 von ihnen leben ohne Unterkunft auf der Straße. In der Studie der Bielefelder Gesellschaft für Organisation und Entscheidung wurden bundesweit 150 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe untersucht und mehr als 1 700 Personen erfasst.

Der Alterstrend der vergangenen Jahre habe sich „radikal umgekehrt“, sagte der Vorsitzende der Evangelischen Obdachlosenhilfe, Wolfgang Gern. Der Altersdurchschnitt sei auf 38 Jahre gesunken. „Weil Hilfesysteme wie die Jugendhilfe und die Suchtkrankenhilfe dem Sparzwang zunehmend zum Opfer fallen, landen immer mehr Menschen in der Wohnungslosenhilfe.“

Ein Fünftel aller Betroffenen lebt vom Betteln, 44 Prozent der Obdachlosen haben kein regelmäßiges Einkommen. 60 Prozent der Hilfesuchenden verfügen über weniger als 310 Euro monatlich. Laut Obdachlosenhilfe räumt die Studie auch mit gängigen Vorurteilen auf: So seien lediglich 18 Prozent aller Obdachlosen Alkoholiker und 8 Prozent drogenabhängig. Ein Viertel der Betroffenen seien Frauen.

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