Der Brotaufstrich feiert sein Jubiläum mit einer Ausstellung
Nutella wird 40: Hommage an eine Schokocreme

Würde es sich bei Nutella nicht um einen Brotaufstrich handeln, so könnte man vermuten, dass der runde Geburtstag den heimlichen Star der Haselnusscremes in eine Midlife-Crisis stürzen könnte. Aber weit gefehlt. Nutella ist noch immer so zart und verführerisch wie eh und je.

HB FRANKFURT. Nur beim Outfit sah Hersteller Ferrero Handlungsbedarf – und rief zu einem Designwettbewerb auf. Gesucht wurden die ausgefallensten Etikett-Entwürfe. Der gestalterischen Herangehensweise setzten sie keine Grenzen. Die Ausschreibung richtete sich an Schüler von Kunst- und Gestaltungshochschulen, die die Idee begeistert aufgriffen. Eine Jury bestehend aus einer Frankfurter Werbe- und Designagentur und der Marketingdirektion von Nutella wählten aus den über 800 Entwürfen die schönsten aus. Die besonders gelungenen Exemplare sind nun bis zum 21. November im Museum für Angewandte Kunst zu bewundern.

„Es war mehr oder weniger ein optischer Overkill“, sagt Prof. Dr. Volker Fischer, Design-Kurator des Museums. „Der Spirit dieses Wettbewerbs ist sehr jung, dynamisch, leicht und spritzig. Die 40 ausgestellten Entwürfe stellen einen Querschnitt des heutigen graphischen Tuns dar.“ Prämieren konnte die Jury hingegen nur fünf Motive. Diese zieren ab Mitte November die Gläser der limitierten 2000 Gramm schweren Geburtstags-Edition. Für Simon Goebel, einen der Gewinner, hatte der Wettbewerb einen besonderen Reiz: „Die Chance, dass ein Entwurf von mir in den Handel kommt, war meine Motivation. Das ist eine super Referenz bei Bewerbungen.“

Dies könnte auch Melanie Tenbrock zugute kommen. Die 21-Jährige hat sich vergeblich bei der Kunsthochschule in Münster beworben. Aber vielleicht dienen ihr die 2500 Euro, die jeder Gewinner erhalten hat, als Trostpflaster. Dabei mag sie Nutella nicht einmal: „Es ist mir einfach zu süß.“

Pietro Ferrero war da ganz anderer Ansicht. Der Konditor aus Piemont erfand die nusshaltige Creme während des Zweiten Weltkriegs, weil Schokolade ein knappes Gut geworden war. Nach dem Krieg brachte er sie unter dem Namen „Supercrema“ auf den Markt, bis ihn ein italienisches Gesetz 1964 dazu zwang, den Namen zu ändern. Es war die Geburtsstunde von Nutella. Bereits ein Jahr später eroberte der Hersteller den deutschen Markt.

Inzwischen ist der Klassiker in 24 Ländern erhältlich und verzückt die Geschmacksnerven von jung und alt. Verschmieren tut er jedoch mit Vorliebe Kindermünder, ganze Generationen sind inzwischen mit Nutella groß geworden.

Und auch wenn einige Nonkonformisten auf die Konkurrenten „Nutoka“ oder „Nusspli“ schwören: Dies prallt bislang am Nutella-Glas ab. Das Original ist weiter Marktführer.

Quelle: News Frankfurt

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