Der erfahrene Diplomat
Porträt: Giovanni Battista Re

Kardinal Giovanni Battista Re (71) wird aufgrund seiner Studien an der vatikanischen Diplomatenschule seit Jahren als Mann für heikle Aufgaben eingesetzt - so etwa, als der Kommandant der Schweizergarde, Alois Estermann, 1998 im Vatikan ermordet wurde.

HB ROM. Mit Feingefühl hat der stets lächelnde Re Jahr um Jahr seine Machtposition im Vatikan ausgebaut. Er galt als einer der engsten Vertrauten von Johannes Paul II. und begleitete ihn über Jahre hinweg bei zahlreichen Reisen. Theologisch wird er als moderat eingestuft.

Der gebürtige Norditaliener ist Chef der Kongregation für die Bischöfe. In diesem Amt hat er nicht nur einen Überblick über das weltweite Personal, sondern konnte jahrelang auch großen Einfluss auf die Ernennung neuer Bischöfe nehmen. Die Vorschläge für wichtige Bischofssitze etwa in Mailand oder Paris, die Re dem Papst unterbreitete, wirken sich letztlich auch auf die Papstwahl aus: Die meisten dieser Amtsinhaber wurden in den Kardinalsrang erhoben.

Re wurde 1934 im Örtchen Borno in der Nähe von Brescia geboren. Nach seiner Berufung ins Priesteramt im Jahr 1957 studierte er an der päpstlichen Universität Gregoriana Kirchenrecht. Zeitweise wirkte er an den Päpstlichen Nuntiaturen in Panama und Iran, bevor er 1971 nach Rom zurückkehrte.

1987 wurde Re zum Sekretär der Kongregation für die Bischöfe berufen und zum Titularbischof ernannt. Jahrelang arbeitete er im Staatssekretariat als die Nummer Zwei gleich hinter Staatssekretär Angelo Sodano. Am 21. Februar 2001 wurde Re zum Kardinal ernannt. Er ist ein Mann der Kurie, ein Diplomat mit wichtigen Kontakten und ein unermüdlicher Arbeiter. Jedoch meinen Insider, seine mangelnde Erfahrung in der Seelsorge könnte seine Chancen auf das Papstamt verringern.

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