„Der Grand Prix hat seine eigenen Gesetze“
Pokalspiel auf der Showbühne

Deutschlands Grand-Prix-Kandidaten auf der Zielgeraden: Rockpoet Heinz Rudolf Kunze, Swingsänger Roger Cicero und die Casting-Band Monrose wollen am Donnerstag die Fahrkarte für das große Finale des Eurovision Song Contest am 12. Mai in Helsinki lösen. Alle drei machen sich Hoffnungen auf einen Sieg beim nationalen Vorentscheid im Hamburger Schauspielhaus.

HB HAMBURG. Kurz vor dem deutschen Grand-Prix-Vorentscheid ist das Rennen um das Ticket zum Eurovision Song Contest völlig offen. Die Künstler stehen in den Startlöchern, haben die letzten Proben absolviert und Interviews gegeben. In der ARD-Live-Show aus dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg kämpfen die Kontrahenten am Donnerstagabend (20.15 Uhr) um die Stimmen der TV-Zuschauer. Als Favorit gilt die Girlband Monrose, die auf ihre Anruf- und SMS- freudigen Fans hoffen kann. Stimmlich überzeugte bei den Proben aber vor allem der 50-jährige Kunze, und auch Cicero (36) konnte mit seinem gekonnten Swing-Sound punkten. Der Sieger des Dreikampfs wird am 12. Mai in Helsinki für Deutschland singen.

Einen Tipp will Jan Schulte-Kellinghaus, Unterhaltungschef beim federführenden Norddeutschen Rundfunk (NDR), nicht abgeben. „Im vergangenen Jahr hatten wir mit „Texas Lightning' auch einen Überraschungssieger. An Favoriten glaube ich seitdem nicht mehr“, betont Schulte-Kellinghaus. „Wenn die Performance nicht stimmt, ist der Zuschauer gnadenlos - das macht die Sache so spannend. Der Grand Prix hat seine eigenen Gesetze, ähnlich wie beim Fußball-Pokal.“ Das Spiel werde auf der Bühne entschieden. Da sei noch alles offen. Monrose singen auf Englisch, Kunze und Cicero präsentieren ihre Songs auf Deutsch.

Spannend wird, welche Zuschauer die Sendung im Ersten mobilisieren kann. „Monrose locken viele junge Fans“, sagte Schulte-Kellinghaus. Doch zeitgleich läuft auf ProSieben Heidi Klums „Germany's next Topmodel“ mit ebenfalls junger Anhängerschar. Das Quotenziel hat der Grand-Prix-Chef klar vorgegeben: „Wir wollen wenigstens so gut sein wie im letzten Jahr.“ 5,28 Mill. (Marktanteil: 16 Prozent) Zuschauer hatten damals den Vorentscheid verfolgt - ein Erfolg nach dem Einbruch im Jahr zuvor.

Erneut gehen beim diesjährigen Ausscheid nur drei Kandidaten ins Rennen. Mit jeweils zwei Titeln - einem eigenen Song und einer Coverversion eines Grand-Prix-Klassikers - treten die Kandidaten in der 90-minütigen Fernsehgala an. Die Monrose-Sängerinnen Senna (27), Bahar (18) und Mandy (16) setzen neben ihrer Pop-Ballade „Even Heaven Cries“ auf Katja Ebsteins „Wunder gibt es immer wieder“ (1970). „Mr. Swing“ Cicero singt im Big-Band-Sound passend zum Internationalen Frauentag „Frauen regier'n die Welt“ und eine eigene Fassung des Lieds „Zwei kleine Italiener“ (Conny Froboess/1962). Rock-Poet Kunze meint augenzwinkernd „Die Welt ist Pop“ und covert Udo Jürgens' Hit „Merci Chérie“ (1966).

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