Der Horror für Rückkehrer ist überall gegenwärtig
Die Narben sind noch lange nicht verheilt

Schlamperei, Ignoranz, Hilflosigkeit und Kompetenzgerangel gehören in den USA zur Bilanz 100 Tage nach dem tödlichen Hurrikan „Katrina“. Rund 100 000 E-Mails, Notizen und andere Dokumente sind veröffentlicht worden und zeigen vor allem eins: Schlechter hätte das Krisenmanagement in den Tagen nach der Flutkatastrophe von New Orleans am 29. August kaum laufen können.

HB WASHINGTON. 15 Stunden dauerte es beispielsweise, bis der zuständige Minister die Nachricht auf den Tisch bekam, dass die Dämme gebrochen waren. Während die Regierung in Washington nicht in die Gänge kam, waren die Behörden vor Ort mit der Flut von privaten Hilfsangeboten überfordert. Busse zur Rettung der vom Wasser Eingeschlossenen wurden zurückgeschickt, weil sie keine Toilette oder Klimaanlage hatten. Darüber hinaus stritten das Weiße Haus und die demokratische Gouverneurin Kathleen Blanco über Kompetenzen. Die internen Aufzeichnungen belegen, dass für Blanco und deren Mitarbeiter drei Tage nach dem Desaster klar wurde, dass sie von Regierung zu Sündenböcken gemacht werden sollten.

Hurrikan „Katrina“ brach am 29. August über die Südstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama herein und verwandelte ein Gebiet vom Ausmaß Großbritanniens in eine Trümmerlandschaft. Mehr als 1300 Menschen starben. Nach Schätzungen richtete „Katrina“ einen Schaden an, wie die folgenden zwölf Hurrikans zusammengerechnet. Die USA durchlitten und durchleiden die größte, teuerste und tödlichste Naturkatastrophe in einem Jahrhundert.

Erst in der vergangenen Woche durften Einwohner in den letzten, bis dahin noch geschlossenen Stadtteil zurückkehren, um nach ihren Habseligkeiten zu sehen. Viel ist nicht mehr zu gebrauchen. Das Viertel Lower Ninth Ward stand bis zu sieben Meter unter Wasser. Überall an den Wänden haben sich in den Gebäuden Schimmelkulturen eingenistet.

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