Der Humor ist ihm nicht vergangen
Koma-Patient nach 19 Jahren wieder erwacht

Als ob es nicht schon sensationell genug wäre, dass ein Koma-Patient nach 19 Jahren wieder erwacht! Doch als Terry Wallis aus dem jahrelangen Koma erwachte, waren Witze das erste, was aus seinem Mund sprudelte.

HB LITTLE ROCK/BIG FLAT. Als Terry Wallis vor gut einem Jahr im kleinen Ort Big Flat im US-Bundesstaat Arkansas die Augen aufschlug und zu sprechen begann, glaubte die ganze Welt an ein Wunder. Der heute 40-Jährige hatte 19 Jahre im Koma gelegen. Doch nicht nur das unglaubliche Erwachen machte Schlagzeilen. Doch die meisten Reporter jagten schnell der nächsten Sensation hinterher. Nach seinen ersten Worten, "Pepsi" und "Mama", lernte Wallis schnell dazu. Und so waren es alte Witze, die er erzählte, sobald er ganze Sätze bilden konnte. „Er erkennt inzwischen jeden, den er vor seinem Unfall kannte“, sagte seine Mutter Angilee Wallis. „Mit dem Kurzzeitgedächtnis hapert es aber noch.“ Länger als 10 oder 15 Minuten könne Terry sich nicht zurückerinnern, sagt der Sprecher der Familie, Drew Nederpelt.

Wallis ist nach wie vor querschnittgelähmt. Jeden Tag kommen Therapeuten ins Haus, um mit dem Patienten zu üben. Zur Finanzierung der teuren Behandlung hat die Familie ein Spendenkonto eingerichtet, denn Terrys Berühmtheit war von kurzer Dauer, und die Krankenversicherung übernimmt die hohen Kosten nicht. Auf das Wunder des Erwachens folgte schnell die Realität einer mühsamen Rehabilitation und hoher Rechnungen.

Für Terry Wallis war die Zeit 1984 stehen geblieben. Beim Erwachen glaubte er, Ronald Reagan sei US-Präsident und Bill Clinton Gouverneur von Arkansas. Seine Tochter Amber ist inzwischen 20, „doch tief im Innern glaubt Terry, noch immer ein sechs Monate altes Baby zu haben, wie damals, zur Zeit seines Unfalls.“, glaubte seine Mutter zu wissen. Ihr Sohn habe die Mentalität eines 19-Jährigen und könne auch nicht glauben, dass er einen schweren Autounfall hatte. „Zwei Jahrzehnte lassen sich nicht in einem Jahr aufholen“, sagt sie.

Koma-Spezialisten haben keine medizinische Erklärung für das wundersame Erwachen nach 19 Jahren. Für die Familie steht fest: es war die aufopfernde Pflege der Mutter. 19 Jahre lang besuchte sie ihren Sohn jeden Tag im Pflegeheim und erzählte aus dem Leben, ohne auch nur das kleinste Signal zu erhalten. Die Familie holte Terry auch damals oft zu Ausflügen ab und feierte jedes Jahr Weihnachten wie immer gemeinsam zu Hause unter dem Tannenbaum.

Mit derselben Hingabe konzentriert sich die Familie nun voll auf die weitere Rehabilitation und feiert jeden Fortschritt. Einen anderen Grund zum Feiern hatte die Familie vor drei Monaten: Terrys Tochter Amber brachte seine erste Enkelin zur Welt.

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