Der kommende Sonntag hat 25 Stunden
Zeitumstellung wird zunehmend als lästig empfunden

Der kommende Sonntag hat 25 Stunden: Um 03.00 Uhr werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt.

ap ERFURT. Dann laufen die Zeiger der Funkuhren, die an das Signal der Atomuhr der Physikalisch Bundesanstalt-Technischen in Braunschweig gekoppelt sind, noch einmal die 60 Minuten von 2.00 Uhr bis 03.00 Uhr ab. Manche mögen dies als "geschenkte Zeit" empfinden. Doch die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) oder auch Winterzeit gilt nur vorübergehend. Am letzten Sonntag im März springen die Zeiger wieder um eine Stunde nach vorn.

Die zweimalige Umstellung der Uhrzeit im Jahr, die in Deutschland seit 1980 gilt, wird zunehmend von vielen Berufstätigen als lästig empfunden. Experten bezweifeln, ob sie überhaupt wirtschaftliche Vorteile bietet. Dass sie den Menschen gesundheitliche Nachteile bringt, wurde im Lauf der Jahre durch eine Reihe von Studien bewiesen. Selbst dem wissenschaftlichen Laien leuchtet ein, dass der Mensch wie seine Mitgeschöpfe auf die Sonne als Taktgeber der inneren Uhr angewiesen ist. Und wenn dieser natürliche biologische Rhythmus durch bürokratische Festlegungen gestört wird, dann sind Anpassungsprobleme unvermeidlich.

Mehrheit für eine durchgehende Zeit

Eingeführt wurde die Umstellung einst als Reaktion auf die Ölkrise. Jetzt, in den Zeiten der Finanzmarktkrise, halten sie 54 Prozent der Bundesbürger für überflüssig. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsbarometer der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) hervor. Für die Studie befragte die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse (Forsa) 1.000 Menschen ab 18 Jahren.

Danach spüren vor allem Berufstätige Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Mehr als jeder Fünfte der 30- bis 44-Jährigen fühlt sich an den Tagen nach der Umstellung müde und schlapp, 14 Prozent von ihnen schlafen schlechter als sonst, und rund jeder Zwölfte hat Konzentrationsprobleme. Von den über 45-Jährigen wünschen sich laut Studie sogar mehr als 60 Prozent eine durchgehende Zeit. Bei den 18- bis 39-Jährigen sind zwar nur 39 Prozent gegen das aufgezwungene Zeigerdrehen, doch die Jüngeren wiederum können sich laut der Umfrage nie merken, ob sie die Zeiger der Uhren nun vor- oder zurückstellen müssen.

Ihnen könnte die "Straßencafé-Eselsbrücke" helfen: Im Frühling werden im Café die Stühle v o r das Haus gestellt, im Herbst stellt man sie wieder z u r ü c k.

Für gleitenden Übergang sorgen

Die Umstellung auf die Winterzeit fällt den Menschen in der Regel jedoch weniger schwer als die Anpassung an die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) im März. Der "Gewinn" einer Stunde im Herbst kommt vor allem den sogenannten Eulentypen entgegen, die gern etwas später zu Bett gehen und auch später wieder aufstehen.

Anfang der kommenden Woche werden viele Menschen morgens eher aufwachen als nötig und abends früher müde sein, wie die Ärztin Cordula Sohst-Brennenstuhl vermutet. Da sich die innere Uhr nicht von einem Tag auf den anderen umstellen kann, rät die Gesundheitsexpertin, für einen möglichst gleitenden Übergang zu sorgen. Man sollte also bereits vorher immer etwas später zu Bett gehen.

Wen tagsüber die Müdigkeit plage, für den wäre ein kurzer Rundgang an der frischen Luft optimal. Und anstatt sich morgens wach im Bett hin- und herzuwälzen, sollte man lieber aufstehen und die Zeit für einen Morgenlauf oder Spaziergang nutzen, rät Sohst-Brennenstuhl. In ein paar Tagen habe sich der Körper an die Winterzeit gewöhnt.

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