Derzeit keine Anzeichen für Ausbreitung
Höhn wehrt sich gegen Kritik wegen Geflügelpest

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) hat Kritik von Union und FDP an ihren Maßnahmen gegen die Geflügelpest zurückgewiesen. „Wir haben unsere Schutzmaßnahmen mit dem Bund, den Ländern und der EU abgestimmt“, sagte Höhn der Berliner Zeitung (Donnerstagausgabe). Das Vorgehen sei auch von der EU-Kommission sehr gelobt worden, sagte sie der Zeitung zufolge weiter.

HB/Reuters/dpa BERLIN. Der agrarpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen (CDU) hatte zuvor das Vorgehen Nordrhein-Westfalens als dilettantisch und amateurhaft“ bezeichnet. Agrarexperten von Union und FDP hatten der Zeitung zufolge zudem beklagt, NRW sei überhaupt nicht auf ein Übergreifen der Tierseuche aus den Niederlanden vorbereitet gewesen. So sei nicht genügend Gas vorrätig gewesen, um zehntausende Tiere in dem betroffenen Betrieb und auf benachbarten Höfen als Vorsichtsmaßnahme gegen die Seuche zu töten. „Es ist ein Skandal, dass Nordrhein-Westfalen dieses Gas erst aus den Niederlanden anfordern musste“, sagte auch der FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann. Zur Tötung von Tieren im Kampf gegen die Geflügelpest wird vor allem Gas eingesetzt.

Dagegen betonte die Vorsitzende des Bundestags-Agrarausschusses, Herta Däubler-Gmelin (SPD), die Behörden hätten bisher außerordentlich verantwortlich gehandelt. „Die Chancen stehen gut, dass die Geflügelpest eingegrenzt wird und es keine weitere Ausbreitung der Seuche gibt“, sagte Däubler-Gmelin der Zeitung.

Für eine Ausweitung der Seuche in Deutschland gebe es nach Angaben Höhns derzeit keine Anzeichen, berichtete die Zeitung weiter. Alle Proben von den Höfe im Umkreis des betroffenen Mastbetriebs im Kreis Viersen seien negativ. „Das könnte bedeuten, dass das Virus nur auf diesem einen Hof war“, sagte Höhn.

Die Europäische Union (EU) hatte am Montag die Ausfuhr von Geflügelprodukten aus Nordrhein-Westfalen untersagt, nachdem die Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen den Hühnerpest-Erreger in dem Mastbetrieb nahe Viersen nachgewiesen hatte. Am Wochenende waren bereits mehrere zehntausend Tiere im Umkreis von drei Kilometern vorsorglich getötet worden, in den Niederlanden wurden bisher bereits mehr als 30 Mio. Tiere getötet.

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