Deutsche Produktionen gehen leer aus
Clint Eastwood räumt die Oscars ab

Der amerikanische Regisseur und Schauspieler Clint Eastwood ist der strahlende Gewinner der diesjährigen Oscar-Nacht. Für das Boxer-Drama „Million Dollar Baby“ nahm die 74 Jahre alte Hollywood-Legende Eastwood in Hollywood den Preis für den besten Film des Jahres und den Regie-Oscar entgegen.

HB HOLLYWOOD. Auch zwei Schauspiel-Preise gingen an Eastwoods Werk: Hilary Swank wurde als beste Hauptdarstellerin, Morgan Freeman als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Den Oscar als bester Hauptdarsteller bekam Jamie Foxx, der in der Musiker-Biografie „Ray“ die Soul-Legende Ray Charles spielt. Das Nachsehen hatte wieder einmal Martin Scorsese: Auch seine siebte Oscar-Nominierung als Regisseur mit „Aviator“ brachte den 62-Jährigen nicht zum Ziel. Die deutschen Oscar-Hoffnungen bei den 77. Academy Awards sind ebenfalls geplatzt: Das als beste Auslandsproduktion nominierte Hitler-Drama „Der Untergang“ von Oliver Hirschbiegel (47) ging leer aus. Stattdessen würdigten die Mitglieder der Filmkunst-Akademie den spanischen Beitrag „Das Meer in mir“ (Mar adentro). „Das war wie ein Test für mich“, sagte Hirschbiegel nach der Zeremonie der dpa. Enttäuscht sei er nicht. Außerdem schätze er Alejandro Aménabar sehr, den Regisseur des in seiner Kategorie ausgezeichneten spanischen Films. „Dem gönne ich das wirklich“, betonte Hirschbiegel. „Der Film ist ein Meisterwerk.“

Auch der nominierte deutsche Dokumentarfilm „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ konnte sich nicht durchsetzen. Zuletzt hatte die Münchner Regisseurin Caroline Link vor zwei Jahren für das Drama „Nirgendwo in Afrika“ einen Oscar in Empfang nehmen können. Scorseses mit insgesamt elf Nominierungen favorisierter Film „Aviator“ konnte zwar fünf Statuen auf sich versammeln, wurde aber in den Königs-Kategorien bester Film, Regie und Hauptdarsteller nicht berücksichtigt. Dafür ließ sich die Australierin Cate Blanchett für ihre Rolle als Katharine Hepburn in dem Film als beste Nebendarstellerin feiern. „Aviator“ erhielt auch Oscars für Kamera, Ausstattung, Kostüme und Schnitt.

Geschichte eines alternden Box-Trainers begeisterte

Bewegt erlebte das Gala-Publikum im voll besetzten Kodak Theater am Hollywood Boulevard auch die Dankesrede von Jamie Foxx. Der 37- Jährige war als erster schwarzer Schauspieler außer für seine Rolle in „Ray“ zugleich auch als Nebendarsteller in dem Thriller „Collateral“ nominiert. Foxx gedachte seiner verstorbenen Großmutter Marie, bei der er aufgewachsen sei und die ihm immer noch im Traum erscheine. „Ich kann es gar nicht abwarten, heute Nacht schlafen zu gehen, weil wir so viel zu besprechen haben“, sagte Foxx und kämpfte mit den Tränen.

Zum besten Animationsfilm wurde „Die Unglaublichen“ von Brad Bird gekürt. Der 80-jährige Regisseur Sidney Lumet („Das Urteil“, „Wenn es Nacht wird in Manhattan“) freute sich über die Ehrung seines Lebenswerkes.

Mit seinem jüngsten Oscar-Triumph kann Clint Eastwood an den Erfolg mit „Erbarmungslos“ (Unforgiven, 1992) anknüpfen. Auch damals wurde er gleich doppelt als Regisseur und für den besten Film gefeiert. Sein jüngstes Drama erzählt die Geschichte eines alternden Box-Trainers (Eastwood selbst als Darsteller), der nur widerwillig einwilligt, eine ehrgeizige junge Frau (Swank) zu trainieren. Die beiden wachsen langsam zu einem Team zusammen. Doch in einem dramatischen letzten Kampf wird die Boxerin lebensbedrohlich verletzt, der Trainer fühlt sich dafür verantwortlich. In Deutschland kommt der Film am 24. März in die Kinos.

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