Deutschland schrumpft
Weniger Hochzeiten und weniger Babys

Weniger Eheschließungen, weniger Babys und mehr Sterbefälle. Der Trend, der seit mehr als 15 Jahren die Bevölkerungszahl in Deutschland schrumpfen lässt, setzt sich verstärkt fort. Damit wies das Jahr 2005 das zweithöchste Geburtendefizit seit der Wiedervereinigung auf.

HB WIESBADEN. Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft. Der Abstand zwischen der Zahl der Geburten und der Sterbefälle wächst, und die Zuwanderung gleicht das Defizit nicht aus. Das Geburtendefizit der deutschen Bevölkerung hat sich im vergangenen Jahr deutlich vergrößert, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. In der Bilanz starben etwa 144 000 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden. 2004 war das Defizit um etwa 32 000 niedriger.

2005 wurden rund 686 000 Babys geboren, das waren 20 000 oder 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Geburtenrückgang setzt sich seit 1991 fort - mit Ausnahme der Jahre 1996 und 1997. Im Jahr 1990 hatte es noch rund 906 000 Geburten in Deutschland gegeben. 2005 sank die Zahl erstmals seitdem unter die Marke von 700 000.

Gestorben sind im vergangenen Jahr etwa 830 000 Menschen. Das sind rund 12 000 (1,5 Prozent) mehr als 2004. Die Zahl der Sterbefälle lag 1990 noch bei 921 000 und war seit 1994 bis auf die Jahre 2002 und 2003 ständig gesunken.

2005 heirateten nur noch rund 388 000 Paare, 1,9 Prozent weniger als im Jahr davor. Laut Statistischem Bundesamt ist es die zweitniedrigste Zahl seit 1990, als noch 516 000 Eheschließungen stattfanden. Die Zahl der Hochzeiten nimmt seither von Jahr zu Jahr ab mit Ausnahme von 1999 und erreichte 2003 den Tiefststand mit 383 000.

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