Die Alba-Trüffel ist die begehrteste Art, ein Kilogramm dieser Pilze kostet derzeit mehr als 3 000 Euro
Ein Pilz wie kein anderer

Auch die Konjunkturkrise kann dem Hunger nach Trüffeln nichts anhaben. Weltmarktführer Urbani Tartufi bedient die Gelüste der Gourmets.

SPOLETO. Wenn die Nebel über Umbrien fallen und die alten Städte dem Weihnachtsfest entgegendämmern, geht bei Urbani Tartufi der Stress los. „In diesen Wochen ist es wie im Irrenhaus,“ stöhnt Olga Urbani zwischen zwei Telefonaten. Die rassige Italienerin ist Juniorchefin des nach eigenen Angaben größten Trüffelunternehmens der Welt. Knapp siebzig Prozent aller edlen Pilzgewächse, die zwischen München und Mailand, New York und Tokio über Tagliatelle oder Rühreier gehobelt werden, gehen durch die Hände von einem von Urbanis Angestellten. „Bei einem derart saisonabhängigen Produkt können Sie sich vorstellen, was das bedeutet“, sagt sie.

Urbani Tartufi ist im kleinen Ort Sant’Anatolia di Narco unweit der Römerstadt Spoleto beheimatet. Das Unternehmen setzt jährlich etwa 100 Mill. Euro um – mit schwarzen und weißen Trüffeln sowie zunehmend mit allerlei Trüffel-Produkten. Die in der vierten Generation von der Familie geführte Firma ist in erster Linie ein Großhändler, der von den etwa 10 000 „Scavatori“ – Trüffelsuchern – die heiß begehrten Knollen kauft und sie an Händler und Köche weiterverkauft.

Lieferanten und Kunden sind gleichermaßen kompliziert. „Die Köche sind Primadonnen, die mit Samthandschuhen angefasst werden müssen. Ähnlich schwierig sind die Scavatori“, stöhnt Olga Urbani, während sie aus ihrem vollverglasten Büro auf die sanften Hügel der Umgebung blickt. Sie sind übersät mit gelbgefärbten Bäumen, unter denen Spürhunde die schwarze Trüffel von Norcia ausbuddeln, die sich durchaus messen kann mit dem berühmteren französischen Périgord-Trüffel.

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