Die Lage auf den Weihnachtsmärkten
Zwischen Bratwurstbuden und Maschinenpistolen

Deutschlands Weihnachtsmärkte zeigen sich solidarisch mit Berlin. Doch die Stimmung unter Verkäufern und Besuchern ist gekippt. Handelsblatt-Reporter haben sich auf den Märkten in Düsseldorf, Köln und Frankfurt umgehört.
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Düsseldorf/Köln/Frankfurt/MünchenUm Punkt 12 Uhr zieht Monika Pade den Stecker. Von einer Sekunde auf die andere erlöschen die Lichter in den bunten Weihnachtshäusern, die sie an ihrem Stand verkauft. Auch in den Buden neben ihr gehen die Lampen aus. Ein Moment der Stille, der das wuselige Treiben hier am Düsseldorfer Weihnachtsmarkt kurz anhält. „Ich finde das richtig“, sagt Verkäuferin Pade, „wir müssen jetzt zusammenhalten.“ Es ist die erste Reaktion des gesamten Weihnachtsmarktes auf die Tragödie von Berlin.

477 Kilometer Luftlinie ist Düsseldorf von Berlin entfernt. Doch heute fühlen sich Standbetreiber und Besucher auf den Weihnachtsmärkten der Düsseldorfer Altstadt der Bundeshauptstadt so nah wie selten zuvor. Was in Berlin geschah, macht betroffen, schockt. Auch in den übrigen deutschen Städten. Der Ruf nach noch besseren Sicherheitsvorkehrungen wird laut. Und gleichzeitig warnt die Politik vor Panik. Viele Menschen fragen sich: Zuhause bleiben? Sich verschanzen? Oder jetzt erst Recht auf die Straße gehen, Glühwein trinken, Kartoffelpuffer essen und dem mutmaßlichen Terror trotzen?

„Ich lasse mich nicht einschüchtern“, sagt Hans-Peter Ziegenbalg. Er steht an der großen Röstpfanne am Heinrich-Heine-Platz in Düsseldorf und wendet Maronen. „Wie soll denn hier überhaupt ein Sattelschlepper reinrasen? Gegen einen Selbstmordanschlag können wir uns ohnehin nicht schützen.“ Trotzdem ist für ihn alles anders. „Was da passiert ist, das geht unter die Haut“, sagt er. „Ich bin nicht sicher, ob ich die gute Laune wiederfinde, die ich sonst hier habe.“

Um 18 Uhr sollte es bundesweit auf allen Märkten eine Schweigeminute geben. Im Düsseldorfer Rathaus, direkt neben dem bunten Treiben, ist eine Gedenkstätte eingerichtet. Die Stimmung zeugt von Betroffenheit, aber geschlagen gibt sich keiner.

„Wir sind von Breeda gekommen“, sagt eine junge Niederländerin, „es kann jeden treffen. Wir sind jetzt hier und wollen es trotzdem ein bisschen genießen.“ Eine japanische Familie, die gerade Weihnachtsschmuck aus Porzellan studiert, hat noch gar nichts von der Katastrophe gehört. „Wir sind für zwei Wochen hier und werden unsere Reisepläne nicht ändern“, meint Kazuki Fujisaki, als er davon hört. Die Warnung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an die Deutschen, ihren Lebensstil nach dem Berliner Anschlag nicht zu ändern, ist fast überflüssig: „Lassen wir unser Leben nicht von Angst bestimmen“, hat der Minister am Morgen nach den schrecklichen Ereignissen gesagt. „Weichen wir zurück, dann haben die Feinde der Freiheit schon gewonnen.“

Die zwei Männer neben dem großen Karussell sehen es ähnlich. Sie haben sich schon einen Glühwein geholt. Frank und Daniel Wetzel, Vater und Sohn, feiern ihr Wiedersehen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich an Krebs erkranke, ist höher, als dass ich einem Anschlag zum Opfer falle“, beruhigt Vater Frank.

Der gebürtige Grieche und langjährige Krefelder Elefteriadis Ibatios meint: „Ich bin 70, wenn ich morgen tot bin, dann ist es eben so.“ Aber kalt lässt ihn das Berliner Ereignis trotzdem nicht: „Ich kam 1970 hierher, seither hat sich die Welt leider sehr verändert.“ Also keine Angst? „Schon irgendwie“, sagt Verkäuferin Pade.

Kommentare zu " Die Lage auf den Weihnachtsmärkten: Zwischen Bratwurstbuden und Maschinenpistolen"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    SPIEGEL

    Danke

  • @Peter Spiegel
    Inzwischen habe ich schon zwei Doppelgänger hier in den Kommentarbereichen. Bin mal gespannt, wieviele das noch werden...viel Feind - viel Ehr ;)
    Und noch eines, wer mich hier schon länger kennt, der weis, wie ich etwas Schreibe und Formuliere...also, der weis, wie der "Richtige" Mark Hoffmann gestrickt ist.
    Ich werde nie aufhören zu kommentieren. der Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr ist meine persönliche Verpflichtung, was auch sonst.
    Schade ist nur, dass man am Wochenende nicht kommentieren darf
    Danke!

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    TRAUTMANN

    Danke

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