Die Queen im Interview

„Die Kutschfahrt war nicht sehr komfortabel“

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Der Tiefpunkt: Der Rosenkrieg zwischen Charles und Diana

In den 1990er Jahren erreichte das Verhältnis zwischen dem Königshaus und dem Volk einen Tiefpunkt: Die Ehe zwischen Prinz Charles und Diana, der „Königin der Herzen“, war zerrüttet; der Rosenkrieg wurde auch über britische Medien ausgetragen. In einem TV–Interview sagte Diana, mehr gehaucht als gesprochen, über ihre Nebenbuhlerin Camilla: „Sie war die dritte in der Ehe, und es wurde ein wenig eng.“

Von Paparazzi verfolgt starb Diana später in Paris bei einem Autounfall. Die Royals gaben den Medien die Schuld. Bei einem Prozess in Frankreich im vergangenen Jahr um heimlich aufgenommene Oben–ohne–Fotos von Williams Frau, Herzogin Kate, teilte William mit, er sei besonders geschockt, weil es ihn an die Belästigung erinnere, die „zum Tod meiner Mutter Diana, Prinzessin von Wales, geführt hat“.

Abgehörte Telefonate und Fotos, etwa vom nackten Prinz Harry auf einer Party in seinem Hotelzimmer in Las Vegas, empörten das Volk. Über Harrys Po druckte die Zeitung „Sun“ zumindest ein Krönchen. Vieles wäre nach deutschem Presserecht undenkbar gewesen.

Heute stehen die Royals beim Volk wieder hoch im Kurs. Kluge PR–Strategie oder Läuterung? Vielleicht beides. Die Jüngeren werben in den Medien für soziale Projekte. Harry berichtete im vergangenen Jahr öffentlich darüber, wie stark er unter dem Tod seiner Mutter Diana gelitten hatte. Zugleich riefen er und sein Bruder William in Interviews dazu auf, psychisch Kranke nicht zu stigmatisieren. Harry schlüpfte sogar schon selbst in die Rolle des Moderators und befragte im BBC–Radio den ehemaligen US–Präsidenten Barack Obama.

Mit der im Mai geplanten Hochzeit von Prinz Harry und der US–Schauspielerin Meghan Markle steht wieder ein mediales Großereignis an. Die britische Presse spricht angesichts der Begeisterung für die 36–jährige US–Schauspielerin bereits von einer „Meghan–Mania“. Im Fernsehen redeten die beiden offen über ihre Beziehung und wie sie sich kenngelernt haben – bei einem Blind Date.

Vor etwas mehr als einem Jahr musste Harry noch öffentlich ein Machtwort sprechen: Er beklagte „sexistische und rassistische Kommentare“ in sozialen Netzwerken und einen rassistischen Unterton in der Presse seiner Freundin gegenüber, die afroamerikanische Wurzeln hat.

Und die Queen? Dezent wie immer. In ihrer jährlichen Weihnachtsansprache erwähnte sie sogar Markle, zumindest indirekt. Ihre Familie werde 2018 Zuwachs bekommen, sagte die Königin in ihrer im Fernsehen übertragenen Rede. Beobachter sind sich einig: Damit ist das dritte Kind von Prinz William und Kate gemeint – und Markle.

  • dpa
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