Die Queen im Interview „Die Kutschfahrt war nicht sehr komfortabel“

Seit 65 Jahren steht sie an der Spitze des Vereinigten Königreiches: Queen Elizabeth II. Während ihrer Regentschaft hat sie nur selten Interviews gegeben. Eine Gelegenheit ergab sich nun für den britischen Sender BBC.
Update: 14.01.2018 - 23:22 Uhr Kommentieren
Die 91-jährige ist Staatsoberhaupt von Großbritannien und 15 weiteren Staaten weltweit, darunter Australien, Kanada und Neuseeland. Quelle: AP
Elizabeth II.

Die 91-jährige ist Staatsoberhaupt von Großbritannien und 15 weiteren Staaten weltweit, darunter Australien, Kanada und Neuseeland.

(Foto: AP)

LondonDie Royals und die britischen Medien – da tut sich was. Waren früher die Mitglieder des Königshauses eher distanziert, nutzen sie nun gezielt zunehmend die Medien für ihre Zwecke, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

Das gilt vor allem für die jüngeren Royals wie die Brüder Prinz Harry (33) und Prinz William (35), die sich stark sozial engagieren. Aber selbst Königin Elizabeth II. hat dem Sender BBC ein Interview zu ihrem 65. Krönungsjubiläum gegeben.

Solche Beiträge haben großen Seltenheitswert. Als die Queen 1992 mit der BBC anlässlich einer Dokumentation zum 40. Thronjubiläum sprach, gab es anschließend immer noch große Bedenken am Hofe: Lässt der Beitrag nicht zu sehr in die Geschehnisse am Königshof blicken? Man muss dazu wissen: Spontane Interviews gibt die Queen ohnehin nicht. Und niemand darf die Monarchin von sich aus ansprechen. Zudem ist es für sie ein Tabu, zu politischen Dingen Stellung zu nehmen.

Völlig überraschende Aussagen von Elizabeth II. sind somit in der einstündigen Dokumentation „The Coronation“ (Die Krönung) wohl nicht zu erwarten – aber etwas Besonderes ist das Interview in jedem Fall.

So berichtet die 91–Jährige in einem schon veröffentlichten Ausschnitt, wie hart das royale Leben sein kann: Ihr tat der Hintern bei der stundenlangen Fahrt in einer goldenen Kutsche aus dem 18. Jahrhundert zur Krönungszeremonie in die Westminster Abbey mächtig weh. Die Königin drückt es wohlformulierter aus: Die Fahrt sei „schrecklich“ gewesen. Ihr Sitz habe nur aus Sprungfedern, die mit Leder überzogen waren, bestanden. „Das war nicht sehr komfortabel.“

In der Dokumentation wird die Königin laut BBC auch Details zu den Kronjuwelen preisgeben und erzählen, wie sie als Elfjährige die Krönung ihres Vaters erlebt hat. Als George VI. im Alter von nur 56 Jahren starb, wurde Elizabeth am 6. Februar 1952 Königin.

Die aufwendige Krönung fand aber erst über ein Jahr später am 2. Juni 1953 statt. Die scheue Elizabeth wollte zuerst keine TV–Übertragung; der Erzbischof von Canterbury verteufelte das Fernsehen sogar als „eine der großen Gefahren der Welt“. Schließlich durften dann doch Millionen Menschen das Event vor den Fernsehgeräten verfolgen. Mit trockenem Humor berichtete Elizabeth II. in dem Interview von der pompösen Krönungszeremonie, aber auch von Unannehmlichkeiten. Angesichts der Aufregung versagte den meisten Chorknaben in der Kirche die Stimme. Eine der sechs Ehrenjungfern der Queen, die die lange Schleppe tragen durften, wäre beinahe ohnmächtig geworden.

Die Monarchin erzählt in dem aktuellen BBC-Interview auch von Begebenheiten aus ihrer Kindheit. So sind wertvolle Edelsteine der britischen Kronjuwelen im Zweiten Weltkrieg in einer Keksdose auf Schloss Windsor vergraben worden.

Elizabeths Vater, George VI., hatte die Edelsteine vor den Nationalsozialisten verstecken lassen. Er weihte seine Tochter nicht in das Geheimnis ein. Zu den vergrabenen Kostbarkeiten gehörte auch der „Rubin des Schwarzen Prinzen“ der Imperial State Crown, einer Krone, die die Queen auch zur Parlamentseröffnung trägt.

Auch eine Krone sei unbequem, sagte die Monarchin, die während des Interviews ein blaues Kleid trug und sehr konzentriert wirkte. Mit einer Krone auf dem Kopf dürfe man nicht nach unten schauen, um einen Rede-Text zu lesen. „Sonst kann man sich den Hals brechen und die Krone fällt herunter“, fügte sie schmunzelnd hinzu.

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