Die Stimme von James Bond
„Die Rolle ist ein Geschenk“

Dietmar Wunder hatte weiche Knie, als er das erste Mal den Satz „Mein Name ist Bond, James Bond“ sagen durfte. Der Schauspieler leiht Daniel Craig seine Stimme, dem neuen Darsteller des Geheimagenten James Bond. Aus Verehrung für einen anderen Bond-Darsteller hat Wunder diesen Beruf ergriffen.

HB BERLIN. Der 40-jährige Wunder, der auch andere bekannte Schauspieler wie Adam Sandler und Don Cheadle im Deutschen synchronisiert, sieht die James-Bond-Sprechrolle als „großes Los“ und „Geschenk“, sagt er im Interview.

Herr Wunder, wie kamen Sie denn zu der Ehre?

Es gab ein Stimmencasting für diese Rolle, das ging im Frühjahr los, da war ich allerdings nicht dabei. Ich kam jetzt zum Ende im September dazu. Beim letzten Probesprechen waren sie dann sehr zufrieden, und dann haben sie sich für mich entschieden. Ich habe also das große Los gezogen, das ist natürlich ein Geschenk.

Wie wichtig ist diese Rolle für Sie?

Sean Connery als James Bond war mit der Grund dafür, dass ich als Jugendlicher gesagt habe, ich finde Schauspielen ganz toll und ich will Schauspieler werden. So hat sich jetzt nach Jahren für mich ein Traum verwirklicht, dass ich die deutsche Stimme von James Bond bin. Ich denke, dass fast jeder Junge James-Bond-Fan war oder ist. Ich fand es immer großartig.

Geht man als Synchronsprecher bei einer solchen Rolle mit weichen Knien ins Studio oder ist das eine Arbeit wie jede andere auch?

Also, ich persönlich hatte ein bisschen weiche Knie, weil es für mich schon eine große Herausforderung war. Und es ist für mich damit ein Stück Kindheit verbunden. Wir alle kennen diese Filme, sind als Kinder schon ins Kino gerannt, und plötzlich stehst Du als Schauspieler da, und sagst diesen Satz „Mein Name ist James Bond“. Das war schon eine tolle Arbeit, auch Dank meines Regisseurs. Wir haben versucht, das Original so weit wie möglich ins Deutsche umzusetzen. Die Arbeit war toll, aber schon sehr aufregend.

Nun werden Schauspieler immer gefragt „Wie viel haben Sie von der Rolle in sich?“ Das ist beim Synchronsprecher vielleicht etwas weit hergeholt, aber man muss sich ja sicher in die Rolle hineinversetzen, oder?

Ich wurde auch gefragt: „Und, sind Sie jetzt James Bond seit dieser Synchronisation?“ – „Sicherlich“, habe ich gesagt, „wenn ich im Auto sitze ganz alleine und wenn mich keiner sieht, dann spiele ich bestimmt James Bond“. Im Großen und Ganzen ist es natürlich auch beim Synchronsprechen so, dass man die Rolle nachspielt. Ich hatte natürlich keinen Smoking an und keine Waffe in der Hand. Das ist alles viel abstrahierter beim Synchron. Aber sicherlich ist es so, dass man für die Zeit der Synchronisation, wenn einen die Rolle sehr bewegt, einen Teil davon annimmt, mit nach Hause nimmt und ein paar Tage darin schwelgt. Und bei der ganzen Sache mit James Bond sitze ich jetzt manchmal da und kann es noch gar nicht glauben.

Sie haben „Casino Royale“ schon gesehen, wie ist er denn?

Nicht weil ich mitgearbeitet habe, sondern als normaler Zuschauer muss ich sagen: großartig. Sie haben es wirklich geschafft, einen neuen Bond zu erfinden. Wenn man ihn überhaupt vergleichen kann, dann mit dem jungen Connery. Ich glaube, es wird sehr gut funktionieren.

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