Die Tiere fressen einfach alles auf
Heuschreckenplage sucht Westafrika heim

Westafrika wird von der schlimmsten Heuschreckenplage seit 15 Jahren heimgesucht. Mit Chemikalien, Feuer und Wasser versuchen Bauern in Westafrika, ihre Ernte vor millionenstarken Heuschrecken-Schwärmen zu retten.

HB BAMAKO. Millionen der gefräßigen Insekten, die in einem Schwarm innerhalb von Minuten ganze Felder vernichten können, sind schon über Mauretanien hinweg gezogen. Am Freitag haben die Schwärme die Grenze zu Mali überquert. „Sie breiten sich aus. Am Anfang waren zwei, drei Regionen betroffen. Jetzt sind die meisten Teile unseres Landes betroffen, besonders im Süden“, sagte Fakaba Diakite vom Heuschrecken-Zentrum in Mali. 18 Teams des Zentrums sollen bis Montag 900 000 Hektar mit Pestiziden besprühen. 15 000 Liter der Chemikalien stellt Algerien zur Verfügung. Stoppen kann das die Heuschrecken wahrscheinlich nicht. „Selbst wenn wir heute all die internationale Hilfe bekommen hätten, um die wir gebeten haben, können wir einfach nicht überall zur gleichen Zeit sein“, sagte Seydou Idrissa Traore vom Landwirtschaftsministerium.

Die Heuschrecken-Schwärme fallen teils mit 80 Millionen Tieren pro Quadratkilometer über die Felder her und können bis zu 130 Kilometer am Tag zurücklegen. Jede erwachsene Heuschrecke vertilgt täglich Futter in der Menge ihres eigenen Körpergewichts von etwa zwei Gramm.

Derzeit bewegen sich die Schwärme auf Senegal, Niger, Tschad und Gambia zu. Lokale Radiostationen riefen die Bevölkerung auf, den „physischen Kampf“ gegen die Insekten aufzunehmen. „Das heißt, Gruben zu graben, denn die Larven springen nicht, sondern laufen. Also fallen sie in die Löcher, wo man sie anzünden kann“, sagte Traore. Man könne die Tiere auch mit Wasser anlocken und ertränken. „Der physische Kampf umfasst alles, mit dem es möglich ist, die maximale Anzahl von Insekten zu töten, notfalls mit den Füßen. Wir bringen alle raus auf die Felder, alte Leute und mit Stöcken bewaffnete Kinder.“

In der Hauptstadt Mauretaniens haben die Heuschrecken sowohl das Fußballfeld im Stadion der Stadt als auch die Gärten des Präsidenten leergefressen. Dies sei die schlimmste Heuschreckenplage seit den Jahren 1987-1989, erklärten die Einwohner. Damals hatten Heuschrecken in 28 Staaten Schäden von insgesamt 300 Millionen Dollar angerichtet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%