Die Welt 2006
Was unsere Korrespondenten bewegt

Belgien und Luxemburg erleben einen Fusionskrimi. In Schweden endet die siebzigjährige sozialdemokratische Regierungszeit. Und in den Palästinensergebieten gewinnt die islamistische Hamas die Wahlen. Handelsblatt-Korrespondeten berichten von ihrem Jahr 2006.

ATHEN: Dauerbrenner Türkei. Für die Griechen verspricht der EU-Beitritt der Türkei zum Dauerbrenner zu werden. Mit der Aufnahme konkreter Beitrittsverhandlungen Mitte Juni setzte sich der türkische EU-Beitrittszug in Bewegung. Inzwischen stehen die Signale aber schon wieder auf Gelb - wegen des ungelösten Streits um Zypern. In Athen wird das Thema mit besonderem Interesse beobachtet: Griechenland befürwortet die Aufnahme des "Erbfeinds" Türkei in die EU, weil das Land sich davon Entspannung verspricht. Gerd Höhler .

BRÜSSEL: Militärischer Aufschlag. Der Durchbruch kam Ende August: Bei einem Besuch von Uno-Generalsekretär Kofi Annan in Brüssel meldete die EU 7 000 Soldaten für die Uno-Friedenstruppe im Libanon an. Die Union ist damit mehr denn je im Nahen Osten engagiert. Militärisch ist sie dort plötzlich ein Riese, politisch ein Zwerg - das kommende Jahr wird zeigen, ob das gut geht. Eric .

BRÜSSEL: Heikles Dossier. Kaum ein Gesetzesvorhaben hat die Bürger Europas so sehr gegen die EU aufgebracht wie die Öffnung der Dienstleistungsmärkte. Trotzdem wurde die "Frankenstein-Richtlinie" verabschiedet. Von den einstigen Liberalisierungsplänen blieb zwar nur wenig übrig. Doch um die ging es am Ende auch gar nicht mehr. Regierungen, Parlament und EU-Kommission wollten das heikle Dossier einfach nur noch los sein. Helmut Hauschild.

BRÜSSEL: Fusionsfieber. Belgien und Luxemburg erlebten einen Fusionskrimi. Der indische Stahlkonzern Mittal wollte Arcelor schlucken, und Arcelor-Chef Guy Dollé kämpfte wie ein Löwe gegen die feindliche Übernahme. Monatelanges Kräftemessen. Im Herbst einigten sich die beiden Stahlriesen, und Arcelor-Mittal wurde geboren - der weltgrößte Stahlkonzern mit 330 000 Mitarbeitern in 60 Ländern. Ruth Reichstein .

BRÜSSEL: Wiederbelebung. Die Verfassung ist tot, es lebe die Verfassung. Nach diesem Prinzip bemühten sich die Führer der EU, das Projekt eines europäischen Grundgesetzes zu retten, das 2005 nach den negativen Referenden der Franzosen und Niederländer schon als gescheitert galt. Dem Verfassungsprozess sei "neues Leben eingehaucht", beschied Anfang 2006 Österreichs Kanzler Wolfgang Schüssel der staunenden Öffentlichkeit. 2007 will Kanzlerin Merkel die Wiederbelebungsversuche fortsetzen. Michael .

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