Digitale Beerdigung
Das Streamen nach dem Tod

Eine Beerdigung im Livestream? Das wird, zumindest in England, zusehends gängiger. Immer mehr Dienstleister nutzen digitale Möglichkeiten und verlagern sich ins Online-Geschäft – darunter auch Ärzte und Hebammen.
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LondonPop-Star Michael Jackson hatte es und auch die Angehörigen des verstorbenen Boxweltmeisters Muhammad Ali: eine Beerdigung im Livestream. Wer eine gute Internetverbindung besitzt, kann einer Trauerzeremonie im 21. Jahrhundert auch als digitaler Zuschauer beiwohnen. Zumindest, wenn es nach vielen englischen Beerdigungsinstituten geht. Eine Branche, in der man die Digitalisierung nicht unbedingt verorten würde.

Klar ist: Viele moderne Geschäftsmodelle würde es ohne Internet nicht geben, doch auch viele traditionelle Berufe entwickeln sich zum Onlineservice.  Rund 88 Prozent der erwachsenen Briten nutzen nach der Statistikbehörde „Office for National Statistics“ das Internet, bei den 16 bis 27 Jährigen sind es rund 99 Prozent. Offline bleiben können sich Firmen, unabhängig von ihrer Größe, schlichtweg nicht erlauben.

Nicht nur das Interesse daran, Beerdigungen von Prominenten per Stream zu verfolgen wächst Insgesamt wächst die Nachfrage nach dieser zunächst ungewöhnlichen Form der Trauer. Die englische Ausgabe des „The Economist“ gibt an, dass rund 61 Prozent der Angehörigen bei einem Beerdigungsunternehmen nach einer Liveübertragung der Zeremonie fragen.

Rund ein Fünftel der Beerdigungsinstitute sollen schon Kameras besitzen. Experten führen die gestiegene Nachfrage darauf zurück, dass auch immer mehr Engländer im Ausland leben und gleichzeitig mehr Migranten nach England kommen. „Es ist wunderbar für Verwandte, die um Ausland leben“, sagt Paul Allcock, der Präsident des Fachverbands „National Society of Allied and Independent Funeral Directors“. Ganz billig ist der Service für viele Unternehmen nicht. Die Firma Obitus bringt Kameras ab 2.500 Pfund, also rund 2.800 Euro, am Beerdigungsort an. 

Der englische Bestatter H. D. Tribe bietet die Video-Beerdigung schon seit 10 Jahren an, führt aber die gestiegene Nachfrage auf das Kundenverhalten zurück. Familien würden  die High-Tech Beerdigung inzwischen als normal ansehen. Den Geschäftsführer des Institutes William Warren aus Worthing in West Sussex wundert das nicht: „Alles ist heute auf Social Media.“ Nach dem Dienst würde seither fast täglich  nachgefragt werden. Am Ende seien es rund 20 Prozent der Kunden, die den Service beanspruchen.

Wer möchte kann sich die Beerdigung sogar auf DVD anschauen. Für diesen Service erhebt H.D. Tribe  nur eine kleine Gebühr. Obwohl die Beerdigung schon stattfand, kann man sich so die Trauerfeier auch zu einem deutlich späteren Zeitpunkt anschauen. In Deutschland gibt es nur wenige Unternehmer, die eine Liveübertragung anbieten. Meist sind es Privatpersonen wie Fotografen, die die Beerdigung begleiten würden.

Kommentare zu " Digitale Beerdigung: Das Streamen nach dem Tod"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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