Dinner mit Buffett kostet 650 100 Dollar
Warrens teure Weisheiten

Ein gutes Abendessen im New Yorker Steakhouse Smith & Wollensky an der Dritten Avenue im Herzen von Manhattan kostet je nach Appetit rund 70 Dollar. Für Mohnish Pabrai, Vermögensverwalter aus Kalifornien, wird der Spaß allerdings etwas teurer.

NEW YORK. Er zahlt zusammen mit seinem Partner Guy Spier 650 100 Dollar. Das ist selbst für New Yorker Verhältnisse ein enormer Preis und lässt sich kaum mit den traditionell riesigen Steaks der Edelgaststätte rechtfertigen. So ist es auch nicht das Essen, sondern der Ehrengast, der das Dinner in rustikaler Umgebung so teuer macht. Am rotweiß gedeckten Tisch von Pabrai sitzt nämlich Warren Buffett.

Die Investorenlegende lässt sich natürlich nicht von jedem zum Essen einladen. Zwar ist der 76-jährige Buffett durchaus volksnah und hockt sich bei der Hauptversammlung seines Konzerns Berkshire Hathaway mit seinen Aktionären für einen Snack auf die Holzbank. Den Rest des Jahres scheut der Großinvestor jedoch das Licht der Öffentlichkeit. Der Grund für das ungewöhnliche Privatdinner hat deshalb auch einen gemeinnützigen Hintergrund. Die riesige Summe kommt der Glide Foundation zugute. Die Stiftung kümmert sich um die Armen und Obdachlosen in San Francisco.

Buffett bietet bereits seit 2000 seine Gesellschaft für einen guten Zweck an. Seit fünf Jahren nutzt der Großinvestor, der ansonsten von Internet-Aktien die Finger lässt, dafür das Online-Auktionshaus Ebay. Bereits im vergangenen Jahr erlöste er auf diese Weise mehr als 600 000 Dollar. Der 43-jährige Pabrai hat bereits mehrmals sein Glück versucht. In den letzten Minuten der Auktion ging ihm jedoch finanziell immer die Luft aus. Deshalb hat sich Pabrai diesmal mit einem Ko-Investor zusammengetan. Parbai selbst zahlt „nur“ 433 000 Dollar, der Hedge-Fonds-Manager Spier steuert 217 000 Dollar bei.

Um keine Zeit mit der Speiseauswahl zu verschwenden, will Pabrai sich die Karte bereits vor dem Dinner aus dem Internet herunterladen. Er wolle Buffett nach seinen philanthropischen Ideen befragen, sagt der Gastgeber. Der Großinvestor hatte im vergangenen Jahr angekündigt, den Löwenanteil seines rund 50 Mrd. Dollar großen Vermögens der Stiftung von Bill und Melinda Gates zu übertragen. Auch Pabrai denkt daran, in Indien eine gemeinnützige Stiftung für Kinder aufzubauen.

Für die Rechnung des Abends muss er nicht einmal besonders viel sparen. Der Fondsmanager verwaltet ein Vermögen von 600 Mill. Dollar und hat sich seine erfolgreiche Investmentstrategie bei einem Meister des Fachs abgeschaut: Warren Buffett.

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent
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