Doktorwürde auf dem Expressweg
Handel mit falschen Doktortiteln aufgeflogen

Wegen Handels mit gefälschten Doktortiteln ist ein 35-jähriger Mann am Mittwoch vom Berliner Landgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

HB/dpa BERLIN. Seine Firma hatte Managern, Ärzten, sogar einem Pastor und anderen Interessenten mit genügend Geld den Weg zur angeblichen Doktorwürde auf dem Expressweg ermöglicht. Die Firma soll rund 1 Mill. Euro kassiert haben. Ein mitangeklagter 55-jähriger Schauspieler, der Professoren deutscher Universitäten darstellte, erhielt zwei Jahre Haft.

Über Anzeigen warb der 35-jährige Hauptangeklagte für schnelle Promotionen. „Es ging den Kunden um Karriere und Eitelkeiten“, hatte der gelernte Maler ausgesagt. In seiner Agentur trafen die Interessenten auf ihren angeblichen Doktorvater, den Schauspieler, zu einem ersten Gespräch und schließlich zur Übergabe der gefälschten Doktorurkunde. Benutzt wurde häufig der Name eines echten Professors der Freien Universität Berlin. Der Mann war zunächst in Verdacht geraten und musste eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen.

Von rund 600 Interessenten blieben rund hundert Kunden übrig. Der Betrug flog auf, als ein Einwohnermeldeamt bei der gewünschten Eintragung des neuen Titels in den Personalausweis skeptisch wurde. Der Richter zeigte sich erstaunt, dass viele Ämter nie Kontrollfragen an die Universitäten richteten.

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