Aus aller Welt
Dokumentation: Auszüge aus dem Papst-Testament

Der Papst hat im März 1979 damit begonnen, sein Testament zu schreiben. Die letzte Eintragung datiert aus dem Jahr 2000.

6. März 1979

... Während der geistlichen Exerzitien habe ich das Testament des Heiligen Vaters Paul VI. wieder gelesen. Diese Lektüre hat mich dazu gedrängt, dieses Testament zu verfassen. Ich hinterlasse keinen Besitz irgendwelcher Art, für den Anweisungen nötig wären. Was die Dinge des täglichen Gebrauchs betrifft, die mir gedient haben, bitte ich darum, sie zu verteilen, wie es angemessen erscheint. Die privaten Notizen mögen verbrannt werden. ... Was die Beerdigung betrifft, wiederhole ich dieselben Anordnungen, die der Heilige Vater Paul VI. getroffen hat.

24. Februar bis 1. März 1980

... Die Zeiten, in denen wir leben, sind unsagbar schwierig und beunruhigend. Schwierig und angespannt ist auch der Weg der Kirche geworden, eine charakteristische Prüfung dieser Zeit – für die Gläubigen wie für die Hirten. In eingen Ländern (wie z.B. in denen, über die ich während der geistlichen Exerzitien gelesen habe) erlebt die Kirche eine derartige Epoche der Verfolgung, dass sie jener der ersten Jahrhunderte in nichts zurücksteht, ja sie im Grad der Erbarmungslosigkeit und des Hasses sogar noch in den Schatten stellt ... Noch einmal möchte ich mich vollkommen der Gnade des Herrn anvertrauen. Er selbst wird entscheiden, wann und wie ich mein irdisches Leben und mein seelsorgerliches Amt beende.

5. März 1982

... Das Attentat auf mein Leben vom 13. Mai 1981 hat in gewisser Weise bestätigt, dass die während der geistlichen Exerzitien von 1980 geschriebenen Worte zutreffend waren. Umso tiefer fühle ich, dass ich völlig in den Händen Gottes bin - und ich bleibe ständig zur Verfügung meines Herrn, dem ich mich auch in seiner unbefleckten Mutter anvertraue. ... Im Zusammenhang mit dem letzten Satz meines Testaments vom 6. März 1979 ("Über den Ort - den Ort nämlich des Begräbnisses - möge das Kardinalskollegium und meine Landsleute entscheiden") erkläre ich hiermit, was ich im Sinn habe: Der Erzbischof von Krakau oder der Generalrat der polnischen Bischöfe - das Kardinalskollegium bitte ich derweil, soweit wie möglich die Bitten der oben Aufgeführten zu erfüllen.

1. März 1985

Noch einmal - was den Begriff "Kardinalskollegium und meine Landsleute" betrifft: Das "Kardinalskollegium" ist in keiner Weise verpflichtet, in dieser Frage "meine Landsleute" zu befragen; es kann das tun, wenn es das aus irgendeinem Grund für gerecht hält.

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