„Dr. Tod“ Aribert Heim
Meistgesuchter NS-Verbrecher schon lange tot

Der meistgesuchte NS-Verbrecher Aribert Heim ist nach Medienberichten schon 1992 in Kairo an Krebs gestorben. Der KZ-Arzt war auch als "Dr. Tod" bekannt und zuletzt in Südamerika vermutet worden. Laut dem Bericht ist er in den 80er Jahren zum Islam konvertiert.

HB FRANKFURT/MAIN/BUENOS AIRES/TEL AVIV. Der frühere KZ-Arzt sei bereits am 10. August 1992 in Kairo an Krebs gestorben, ergaben gemeinsame Recherchen von ZDF und „New York Times“, wie der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt sagte. Aribert Heim, der auch als "Dr. Tod" bezeichnet wurde, war zuletzt in Südamerika vermutet worden.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem will den Bericht prüfen. Der Leiter des Zentrums, Ephraim Zuroff, reagierte mit Skepsis auf die Berichte. „Oberflächlich betrachtet scheinen die Angaben seriös zu sein“, sagte Zuroff am Mittwochabend. Doch die wichtigsten Beweise fehlten: „Es gibt keine Leiche und keine DNA-Tests“, sagte Zuroff der Deutschen Presse-Agentur dpa in Tel Aviv auf Anfrage. „Da es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die daran interessiert sind, uns davon zu überzeugen, dass Heim nicht mehr lebt, müssen wir auf solche Informationen mit etwas Skepsis und Vorsicht reagieren.“ Das Wiesenthal-Zentrum werde in den kommenden Wochen um eine Bestätigung bemüht sein.

Heim galt als extrem grausam. Augenzeugen berichteten, er habe aus der gegerbten Haut eines Opfers einen Lampenschirm für den Lagerkommandanten herstellen lassen. Er arbeitete als Arzt in den Konzentrationslagern Sachsenhausen (1940), Buchenwald (1941) und Mauthausen (1941). Ihm wird unter anderem vorgeworfen, in Mauthausen Hunderte Häftlinge mit tödlichen Injektionen auch direkt ins Herz umgebracht zu haben.

Der 1914 geborene Österreicher praktizierte nach dem Krieg in Baden-Baden als Frauenarzt und ist seit 1962 auf der Flucht. Gegen ihn besteht ein internationaler Haftbefehl. Das Wiesenthal-Zentrum hatte in Anzeigen in Südamerika unter Hinweis auf die Belohnung von 315 000 Euro um Hinweise gebeten.

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