Drei Preise nach Deutschland
Goldener Bär für bosnischen Film

Der Goldene Bär der Internationalen Filmfestspiele Berlin geht nach Bosnien. Ausgezeichnet wurde am Samstagabend das Drama „Grbavica - Esmas Geheimnis“ von Jasmila Zbanic. Der vom ZDF koproduzierte Film erzählt vom Leid der im Balkankrieg vergewaltigten Frauen. Gleich drei Silberne Bären gingen nach Deutschland. Das gab die internationale Berlinale-Jury unter Vorsitz der britischen Schauspielerin Charlotte Rampling bekannt.

HB BERLIN. Als bester Darsteller wurde Moritz Bleibtreu für seine Rolle eines sexbesessenen Lehrers in Oskar Roehlers Romanverfilmung „Elementarteilchen“ geehrt. Beste Schauspielerin wurde die Kino- Debütantin Sandra Hüller. Sie spielt die Hauptrolle in Hans-Christian Schmids „Requiem“, einem einfühlsamen Film über eine Teufelsaustreibung im Süddeutschland der 70er Jahre. Ein Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Gesamtleistung ging an den Schauspieler Jürgen Vogel. Er wurde als Hauptdarsteller, Produzent und Co-Autor des Films „Der freie Wille“ von Matthias Glasner ausgezeichnet. Vogel spielt in dem umstrittenen Film einen Triebtäter.

Der große Preis der Jury, ein Silberner Bär, wurde zu gleichen Teilen an die iranische Fußballsatire „Offside“ (Abseits) von Jafar Panahi und die melancholische Komödie „Eine Soap“ von Pernille Fischer Christensen aus Dänemark verliehen. „En Soap“ wurde auch zum besten Erstlingsfilm gekürt. Den Silbernen Bären für die beste Regie erhielten die britischen Regisseure Michael Winterbottom und Mat Whitecross für ihren viel beachteten Film „The Road to Guantanamo“.

Der Bären-Gewinner „Grbavica“, benannt nach einem Ortsteil von Sarajevo, erzählt die bewegende Geschichte einer Bosnierin, die große Probleme mit ihrer pubertierenden Tochter hat. Die Halbwüchsige fragt unentwegt nach dem abwesenden Vater. Die Mutter aber traut sich nicht, der Tochter zu sagen, dass sie Kind einer Vergewaltigung ist. Regisseurin Zbanic sagte: „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, uns alle daran zu erinnern, dass die Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic nach wie vor unbehelligt in Europa leben.“ Diese Menschen, die für die Organisation von Mord, Totschlag und Vergewaltigung verantwortlich seien, seien immer noch nicht gefasst. „Ich hoffe, dass dieser Film die Situation der vergewaltigten Frauen verändert. Sie sind von der Gesellschaft vergessen worden und leben am Rand der Gesellschaft.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%