Drei Webcams liefern Live-Bilder
Kriegsschiff wird künstliches Riff

Die Fregatte «Scylla» ist vor der britischen Küste im Atlantik versenkt worden. Auf dem Wrack sollen sich Fische und Wasserpflanzen ansiedeln. Per Webcam können Neugierige live zusehen.

HB Berlin. Nach fast 25 Jahren im Dienst der britischen Marine ist das Kriegsschiff «HMS Scylla» vor Tausenden von Zuschauern am Samstag im Atlantik absichtlich versenkt worden. Nun liegt das Wrack in 21 Metern Tiefe rund 800 Meter vor der Küste von Cornwall.

An dieser Position soll das Wrack künftig Fischen und Unterwasserpflanzen eine Heimat bieten. Nach Angaben der Organisatoren handelt es sich um das erste künstliche Riff in Europa.

Drei Sprengladungen wurden gezündet, bevor die 113 Meter lange und 2500 Tonnen schwere Fregatte in den Fluten versank. Zuvor war die «Scylla» mit drei Web-Kameras ausgestattet worden.

Sie übertragen laufend Bilder an das «Nationale Marine Aquarium» in Plymouth. Dort können Besucher künftig verfolgen, wie Seeaale, Seelachse und Wolfsbarsche sich in dem Wrack ansiedeln.

Die Behörden hoffen, dass das belebte Wrack zu einer Attraktion für Taucher wird und dadurch der lokalen Wirtschaft zusätzliche Einnahmen in Höhe von rund einer Million Pfund pro Jahr verschafft. Dafür war der Untergang der «Scylla» von 60 Experten wochenlang vorbereitet worden.

Sie bohrten Dutzende Löcher in die «Scylla» und bauten sie teilweise auseinander. Initiiert haben das Projekt die Taucher Nick Murns und John Busby, die sich seit fünf Jahren für die Errichtung eines künstlichen Riffs vor der Küste Großbritanniens einsetzten.

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