Drogenkrieg in Frankreich
Abgerechnet wird mit der Kalaschnikow

In Frankreichs Großstädten spielen sich Szenen ab, wie sie meist nur aus Filmen bekannt sind. Gewalttätige Abrechnungen zwischen Banden junger Männer schockieren die Öffentlichkeit. Die Polizei ist hilflos.
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Paris Frankreichs smarter Innenminister Manuel Valls hat 15 besonders problematische „Prioritäre Sicherheitszonen“  ausgerufen. Hier sollen verstärkte Polizeieinsätze und mehr Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen der Bevölkerung für besseren Schutz sorgen. Im vergangenen Jahr hat die schwere Gewaltkriminalität in Frankreich zugenommen.

Die Zahl der Morde, die sich seit 1995 halbiert hatte, stieg um zehn Prozent auf 743. Der abnehmenden Zahl von „Verbrechen aus Leidenschaft“ steht eine Bandenkriminalität entgegen, die in ihren Mitteln immer brutaler wird: Die Kalaschnikow ist zur Waffe des kleinen Kriminellen geworden.

Einer der Schwerpunkte des Verbrechens, die auf Valls‘ Liste stehen, ist Marseille. Gewalttätige Abrechnungen zwischen Banden junger Männer schockieren die Öffentlichkeit seit Monaten. Ende Juli war ein 25-Jähriger von einem Lieferwagen verfolgt und auf offener Straße mit einem Feuerstoß aus einer automatischen Waffe erschossen worden – der jüngste, aber sicher nicht letzte Fall einer Serie von Verbrechen, mit denen Banden von Drogenhändlern um die Kontrolle bestimmter Gebiete kämpfen. Besonderes Aufsehen hatte Ende vergangenen Jahres eine regelrechte Hinrichtung ausgelöst: Drei Drogenhändler im Alter von 19 und 25 Jahren wurden erschossen und anschließend in ihrem Auto verbrannt.

Härter als in „French Connection“

Solche Szenen kannten die Franzosen bislang nur aus amerikanischen Filmen. Plötzlich finden Verbrechen, wie sie sie nur aus Los Angeles oder Miami kannten, auf ihren eigenen Straßen statt. Weil es sich um ein neues Phänomen handelt, sind die Sicherheitsbehörden noch unsicher, wie sie dagegen vorgehen sollen.

Marseille ist wegen seiner mafiösen Strukturen seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannt. Auch der Drogenhandel in der Hafenstadt ist nichts Neues – in den siebziger Jahren setzte ihm Gene Hackman als in Marseille arbeitender US-Bulle in dem grandiosen Zweiteiler „French Connection“ sogar ein filmisches Denkmal.

Kommentare zu " Drogenkrieg in Frankreich: Abgerechnet wird mit der Kalaschnikow"

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  • @Luxussanierung:

    Sie haben weder den Artikel noch meinen Kommentar richtig gelesen.

    Im Artikel stand, daß in Marseille die Problemviertel in der Innenstadt liegen (genauso wie das 18. Arrondissement in Paris; Goggle Maps hilft Ihnen bei der Lokalisierung). Der User aruba, der offesichtlich in Marseille lebt, bestätigt das (siehe sein Kommentar vom 08.08 12.06 in diesem Forum).

    Auch ich habe geschrieben: "der innerstädtischen Viertel", vielleicht hätte ich noch ein "der betroffenen" dazufügen sollen.


    Auch für Sie gilt: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

  • Heute schoneinmal zensiert, das Handelsblatt ein Hort des
    freien Geistes!?

    Versuch zu einem anderen Thema:

    Die Industrie hat es gefordert, die Regierung vollendet, vor Jahren. Massenzustrom von Arbeitswilligen zur schnelleren Produktionserhöhung und Gewinnmaximierung erstmal aus den europäischen Nachbarvölkern. Integrationsrisiko minimal, Probleme minimal ...dennoch alle sozialen Folgeprobleme und Kosten müssen von der Gesellschaft geschultert werden.
    Mit Wirkung auf allen Ebenen von Kindergarten, Schule...bis zur Rente. Nicht Alles ist negativ doch einseitig zu Schultern von der Gemeinschaft!
    Dann organisierter Zustrom aus anderen Kulturkreisen. Dieselben Ziele Produktionserhöhung und Gewinnmaximierung.

    Doch der Preis den die Gesellschaft nun zu zahlen hat ist ungleich höher ...Das was seit Jahrhunderten bestimmend war, die Konfessionszugehörigkeit war gerade überwunden.
    Jetzt dominiert sie als Minderheitsreligion mit allen sozialen Problemen und Brennpunkten eine Gesellschaft die weitgehend mit dem Zurückdrängen der Religionen (Säkularisation) ihren Frieden gemacht hatte.

    Eine weitgehend homogene Bevölkerungsstruktur wurde aufgebrochen, nur aus Profitgier.

    Kulturelle und religiöse Brüche mit hohem sozialen Konfliktpotential künstlich geschaffen!

    Instrumentalisiert von grüner Selbstverachtung und Deutschenhass! Tagtägliche Schlagzeilen bis zur Selbsverleugnung!


    Dies wird kein gutes Ende nehmen, leider!


  • Die Masseneinwanderung hat riesige Probleme geschaffen, die nur durch die Rückabwicklung der ersteren gelöst werden können.

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