Drogenschmuggel auf Bali: Zwei Australier zum Tode verurteilt

Drogenschmuggel auf Bali
Zwei Australier zum Tode verurteilt

Die indonesische Justiz zeigt Härte: Zwei Australier hatten im vergangenen Jahr versucht, mehr als acht Kilogramm Heroin von der Ferieninsel Bali in ihre Heimat zu schmuggeln - ohne Erfolg. Jetzt sollen die beiden Männer erschossen werden.

HB DENPASAR/INDONESIEN. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Andrew Chan und Myuran Sukumaran aus Sydney Drahtzieher einer Schmuggler-Bande von neun Australiern waren. Es gebe keine mildernden Umstände, sagte der Vorsitzende Richter Arif Supratman des Bezirksgerichts in Denpasar. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 22-Jährigen Chan und den 24-jährigen Sukumaran die Todesstrafe gefordert.

Dabei war Chan als treibende Kraft hinter der Tat bezeichnet worden. Er schüttelte bei der Urteilsverkündung den Kopf und grinste. Aktivisten von einer indonesischen Anti-Drogen-Gruppe riefen dagegen: „Hurra, hurra, mögen die Richter lang leben!“ Die beiden Männer sollen erschossen werden. Chans Anwälte kündigten umgehend an, das Urteil anzufechten. In dem Fall wurden seit Montag vier weitere Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Gruppe – acht Männer und eine Frau – war im April im Flughafen von Bali festgenommen worden. Einige von ihnen hatten Heroin-Pakete am Körper festgebunden. Indonesien hat sehr scharfe Gesetze gegen Drogendelikte erlassen und in der Vergangenheit bereits mehrere Ausländer zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die jüngsten Urteile dürfte indes die Beziehungen Indonesiens zu Australien belasten.

Das Land hat die Todesstrafe abgeschafft. Außenminister Alexander Downer kündigte bereits an, ein Gnadengesuch für zum Tode Verurteilte einzureichen.

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