DSDS-Massenpanik: 60 Verletzte nach Autogrammstunde

DSDS-Massenpanik
60 Verletzte nach Autogrammstunde

60 Verletzte, 28 Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden - die Bilanz einer Autogrammstunde im Centro Oberhausen. Der Fernsehsender lockte mit den Stars einer Castingshow und war vom Ansturm überrascht - erneut.
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Nach der Massenpanik im Oberhausener Einkaufszentrum Centro sind 28 der insgesamt 60 Verletzten in Krankenhäusern behandelt worden. Über ihren Gesundheitszustand wollte die Polizei am Montagmorgen zunächst keine Angaben machen. Ein Sprecher verwies auf weitere Informationen am Vormittag. Zu der Panik war es am Sonntag gekommen, als insgesamt 19.000 Fans zu einer Autogrammstunde mit den Stars der aktuellen Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ des Privatfernsehsenders RTL geströmt waren.

Nachdem bereits 4000 Fans im Einkaufszentrum waren, hatte der Veranstalter die Türen geschlossen. Weil die nachfolgenden Fans weiter drängelten, brach eine Panik aus. 28 Fans zwischen zwölf und 17 Jahren mussten mit Knochenbrüchen, Kreislaufzusammenbrüchen oder einem Schock ins Krankenhaus gebracht werden, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. Rettungsleute versorgten Verletzte in aufblasbaren Sanitätszelten. Mädchen lagen sich weinend in den Armen, berichteten Augenzeugen. Bei ihnen wurden böse Erinnerungen an die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg im Sommer wach.

Nach Angaben der Stadt hatte der Privatsender als Veranstalter die Autogrammstunde mit maximal 5000 erwarteten Fans offiziell angemeldet. Der Sender hatte das Event zuvor auf seiner Homepage angepriesen: „Die Gelegenheit für alle DSDS-Fans die Superstar-Anwärter hautnah zu erleben.“ RTL betonte am Sonntagabend allerdings, der Veranstalter sei das Einkaufszentrum gewesen. „Dass es dazu gekommen ist, tut uns furchtbar Leid. Es war nicht abzuschätzen, dass so viele kommen. Wir werden überlegen, womit wir den verletzten Fans eine Freude machen können“, sagte RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer.

Vor etwa einem Jahr sei es schon einmal bei einer DSDS-Autogrammstunde in Duisburg zu einer Panik gekommen, erinnerte sich ein Polizeisprecher am Montag. Damals seien ebenfalls mehr Fans gekommen als erwartet, „jede Menge Mädels“. Es habe auch mehrere Leichtverletzte gegeben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " DSDS-Massenpanik: 60 Verletzte nach Autogrammstunde"

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  • Wie praktisch, RTL ist jedes mal überrascht, und da man schlaue Juristen hat, ist man auch nicht der Veranstalter und damit aus dem Schneider. Wie armselig.
    Mir tun die Teenies leid, die auf einen solchen Schwachsinn wie DSDS abfahren.
    Man überlegt, wie man den verletzten Fans eine Freude machen kann. Keinerlei Überlegung, ob das Konzept (außer Geld zu verdienen) noch irgend einen anderen Nutzen hat. RTL halt.

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