Düngemittel-Lagerhalle
Rhein nach Großbrand wieder freigegeben

Der Rhein ist nach dem Großbrand in einem Düngemittel-Lager in Krefeld wieder für die Schifffahrt freigegeben worden. Die Löscharbeiten dauern unterdessen weiter an und gestalten sich wegen vieler Glutnester schwierig.
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KrefeldNach dem Großbrand einer Lagerhalle mit Düngemitteln in Krefeld hat sich die Lage am Unglücksort am Mittwoch leicht entspannt. Der Rhein wurde am Vormittag nach Angaben der Behörden wieder für die Schifffahrt freigegeben. Unterdessen dauern die Löscharbeiten weiter an und werden nach Einschätzung der Feuerwehr voraussichtlich noch bis zu drei Tage in Anspruch nehmen. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich von vier auf sechs.

Die ersten Schiffe konnten gegen 10 Uhr wieder die Unglücksstelle am Krefelder Rheinhafen passieren. Nach Ausbruch des Großfeuers, bei dem am Dienstag eine Lagerhalle des Düngemittelhersteller Compo vollständig zerstört worden war, war die Wasserstraße auf einer Strecke von 40 Kilometern zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Rheinberg-Orsoy gesperrt worden. Auch die Rheinbrücke zwischen Krefeld und Duisburg sollte voraussichtlich bis zum Abend weiter für den Verkehr gesperrt bleiben. Anwohner sind aufgerufen, weiter die Fenster geschlossen zu halten, sagte ein Stadtsprecher.

Die Löscharbeiten gestalten sich wegen vieler Glutnester weiter schwierig. „Der Dünger kokelt vor sich hin“, sagte der Sprecher. Die stickstoffhaltigen Düngereste würden durch den Kontakt mit Sauerstoff weiter angefacht. Rund 60 Feuerwehrleute waren am Mittwoch weiter im Einsatz. In der in Brand geratenen Halle waren etwa 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe für die Düngemittelproduktion gelagert. Die Ursache des Feuers war auch am Mittwoch weiter unklar.

Unterdessen erhöhte sich den weiteren Angaben zufolge die Zahl der stationär im Krankenhaus behandelten Verletzten seit Dienstag von vier auf sechs. Darunter sind drei Feuerwehrleute, zwei Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und die Mitarbeiterin eines Caterers, der die Feuerwehr während der Löscharbeiten mit Essen versorgt.

Compo richtete nach dem Großbrand einen Krisenstab ein. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Münster sieht sein Geschäft nach dem Großbrand nicht gefährdet. Die Produktion auf dem Gelände am Rheinhafen sei von dem Feuer nach vorläufiger Einschätzung „nicht betroffen“, sagte ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur dapd. Insgesamt gebe es auf dem Unternehmensgelände acht weitere Lagerhallen, die nach ersten Erkenntnissen unversehrt geblieben seien. Die Schadenhöhe sei derzeit noch nicht feststellbar.

Compo beschäftigt in Krefeld 190 Beschäftigte, am Stammsitz in Münster rund 300. Weltweit hat die Firma nach eigenen Angaben rund 1.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2010 (neuere Angaben liegen nicht vor) einen Jahresumsatz von 402 Millionen Euro.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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