Düsseldorfer Kunstberater
Insolvenzverfahren gegen Achenbach-Firma eröffnet

Während der prominente Kunstberater Helge Achenbach seit nunmehr vier Monaten in U-Haft sitzt, zerfällt sein Firmengeflecht. Die wichtigsten Unternehmen sind insolvent – darunter zwei Kunstberatungsfirmen.
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DüsseldorfFast vier Monate nach der Inhaftierung des Düsseldorfer Kunstberaters Helge Achenbach sind die Insolvenzfahren für drei seiner wichtigsten Firmen offiziell eröffnet worden. Die erste Gläubigerversammlung sei am 19. November angesetzt, teilte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Marc d'Avoine am Mittwoch mit. Betroffen sind demnach zwei Kunstberatungsfirmen sowie seine Düsseldorfer Restaurants Monkey's.

Ausgelöst worden war die Affäre um Achenbach durch eine Anzeige der Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. Achenbach soll ihm Kunst und Oldtimer zu überhöhten Preisen vermittelt haben.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Besitz der insolventen Achenbach Kunstberatung GmbH. Der Wert der inzwischen gelisteten und auf Vollständigkeit geprüften mehreren hundert Kunstgegenstände werde auf einen „niedrigen einstelligen Millionenbereich“ geschätzt, sagte d'Avoines Sprecher Stefan Lappe. Zu dem Bestand gehören unter anderem Werke von Tony Cragg und Gerhard Richter.

Derzeit werde in Abstimmung mit den Gläubigern vor Gericht „die sachgerechte Verwertung zu angemessenen Bedingungen“ vorbereitet. Außerdem hätten vier weitere Unternehmen des verzweigten Firmengeflechts Achenbachs Insolvenzanträge gestellt.

Die Familie von Berthold Albrecht fordert fast 20 Millionen Euro Schadensersatz von Achenbach. Der Zivilprozess beginnt am 11. November. Konten und Vermögensgegenstände Achenbachs wurden gerichtlich gesperrt - darunter auch seine Anteile an der von mehreren Sammlern getragenen „Rheingold“-Sammlung.

Achenbach, einer der bekanntesten Kunstberater Deutschlands, war Pfingsten nach seiner Rückkehr aus Brasilien festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Auch die Unternehmerbrüder Viehof aus Mönchengladbach haben Anzeige wegen Betruges gegen Achenbach erstattet. Außerdem gibt es laut Staatsanwaltschaft Hinweise auf zwei weitere Geschädigte. Im Strafverfahren gegen Achenbach wird bis Ende des Jahres mit einer Anklage gerechnet. Achenbachs Anwälte bestreiten die Vorwürfe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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