Duisburger Hafen
Tote nach Explosion auf Tankschiff

Mindestens zwei Menschen sind bei einer Explosion im Hafen Duisburg ums Leben gekommen. In einer Werft verunglückte ein Tanker aus noch ungeklärter Ursache. Ein dritter Arbeiter wird noch vermisst.

Duisburg/DüsseldorfEine gewaltige Explosion, die mindestens zwei Menschenleben kostete, hat am Morgen den Duisburger Hafen erschüttert. Den anschließenden Brand, der eine weithin sichtbare Rauchwolke über der Ruhrgebietsstadt aufsteigen ließ, hat die Feuerwehr nach eigenen Angaben inzwischen unter Kontrolle. Zwei Arbeiter seien durch die Explosion über 100 Meter durch die Luft geschleudert worden. Für die Suche nach einem vermissten dritten Mann wurden auch Taucher angefordert.

Gegen 8.40 Uhr war der Laderaum eines Tankschiffs explodiert, das bei der Neuen Ruhrorter Schiffswerft zur Reparatur angelegt hatte. Die Firma ist Pächterin der Hafengesellschaft Duisport.

Zunächst hatten Polizei und Feuerwehr das Gelände weiträumig abgesperrt. Ein Brandsachverständiger sei beauftragt, um die Brandursache zu klären, sagte ein Polizeisprecher. Mit Verkehrsbehinderungen sei in Europas größtem Binnenhafen aber nicht zu rechnen, da die Werft an einem Sackgassen-ähnlichen Hafenbecken liege.

Die Polizei geht von einer Gasexplosion aus. Der Treibstoff des Tankers soll nicht in die Luft geflogen sein. Schiffsteile wurden noch in einer Entfernung von mehr als einem halben Kilometer entdeckt. Ausgangspunkt für die Explosion waren nach ersten Erkenntnissen die Arbeiten auf dem Spezialtankschiff. Das 2005 gebaute und 110 Meter lange Binnentankschiff „Julius Rütgers“ des Duisburger Großreeders Jaegers liegt in einem Hafenbecken auf dem Werftgelände neben einem weiteren Schiff. Das Schiff lag für eine Generalinspektion im Hafenbecken.

Ihre Glanzzeiten hat die Duisburger Werft, die 1921 im Eisenbahnhafen Ruhrort als Reparaturwerkstatt von der Reederei Stachelhaus & Buchloh gegründet wurde und zwischenzeitlich der Friedr. Krupp AG gehörte, lange hinter sich. Während sie in den 60er- bis 80er-Jahren mit bis zu 370 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Binnenwerften in Westeuropa zählte, beschäftigt die Neue Ruhrorter Schiffswerft heute nur noch rund 50 Leute. 2014 halbierte sich der Jahresumsatz nahezu auf 5,5 Millionen Euro, und auch der Jahresüberschuss blieb mit 286.000 Euro übersichtlich.

Dennoch gibt sich die Werft auf ihrer Homepage wenig bescheiden. „30 Jahre erfolgreicher Schiffbau und eine aufeinander eingespielte Mannschaft“, ist dort zu lesen, „machten die RSW zum zuverlässigen Partner der Kundschaft im In- und Ausland.“

Tankschiffe dürfen eine Werft nur ohne Ladung anlaufen. Das Schiff befördert nach Angaben des Reeders unter anderem heißen Bitumen und Schweröle. Dafür ist es ausgerüstet. Zuletzt kam es nach Informationen der Internetseite Marine Traffic aus den Niederlanden nach Duisburg.

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