Durchschnittlicher Gewinn liegt bei 40 000 Euro
Quiz-Shows: Arbeiter kommen weiter als Akademiker

Arbeiter und Hausfrauen kommen nach einer Studie der Universität Witten/Herdecke bei Quiz-Shows weiter als Menschen in Akademikerberufen. Nicht Spezialwissen, sondern im täglichen Leben gesammeltes Wissen ist entscheidend.

HB/dpa WITTEN. „Entscheidend für den Erfolg ist nicht Spezialwissen, sondern das im alltäglichen Leben gesammelte Wissen“, erläuterte der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Prinz am Mittwoch. Prinz hatte 149 Kandidaten der RTL-Show „Wer wird Millionär?“ unter die Lupe genommen.

„Entgegen der landläufigen Annahme zeigen die Ergebnisse einen kleinen Vorsprung der Nichtakademiker gegenüber den Intellektuellen“, sagte Prinz. Dies liegt seiner Ansicht nach an dem Spektrum der Fragen. „Es gibt sehr viel Fragen aus dem Bereich Show-Biz, Sport und Pop“, meinte der Wirtschaftswissenschaftler. „Da bringen Fernsehen und das Lösen von Kreuzworträtseln mehr als Fachwissen.“ Größere Lebenserfahrung bringt dagegen keinen Vorteil: „Ältere Quizteilnehmer konnten nicht mehr Fragen richtig beantworten als jüngere“, sagte Prinz.

In Zeiten der D-Mark hatten sich beide Gruppen den Supergewinn redlich geteilt: Im November 2000 räumte der Geschichtsprofessor Eckhard Freise aus Münster und im Mai 2001 die Hausfrau Marlene Grabherr aus Gottmadingen den Millionengewinn ab. Im Oktober 2002 wurde der Student Gerhard Krammer erster Euro-Millionär.

Der Durchschnitts-Kandidat erreicht laut Studie die 11. Fragerunde und erzielt einen Gewinn von knapp 40 000 Euro. Das Durchschnittsalter der Ratefüchse liegt bei 38 Jahren. Frauen sind mit einem Anteil von 40 Prozent unterrepräsentiert.

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