Dutroux als Dreifach-Mörder verurteilt
Belgien nach Dutroux-Urteil erleichtert

Der belgische Kinderschänder Marc Dutroux ist acht Jahre nach seinen Verbrechen als dreifacher Mörder verurteilt worden. Die belgische Öffentlichkeit reagierte erleichtert.

HB BRÜSSEL. Mit Erleichterung haben Opfer, Angehörige und Öffentlichkeit auf die Schuldsprüche im Prozess gegen den belgischen Kinderschänder Marc Dutroux und seine Bande reagiert. Das Schwurgericht von Arlon habe endlich einen Schlusspunkt hinter die jahrelang Untersuchung der Dutroux-Affäre gesetzt, kommentierten belgische Medien am Freitag.

„Zufrieden“ äußerte sich Paul Marchal, Vater der ermordeten An. Die beiden überlebenden Dutroux-Opfer Laetitia Delhez und Sabine Dardenne reagierten ähnlich. „Auf der ganzen Linie“ hätten die Geschworenen am Donnerstag sowohl Dutroux als auch seine Ex-Frau Michelle Martin und den Komplizen Michel Lelièvre schuldig gesprochen, betonte die Zeitung „De Standaard“. Sie sind laut Urteil voll verantwortlich für die Entführung von sechs Mädchen Mitte der 90er Jahre, von denen vier qualvoll starben.

Dutroux wurde wegen Mordes an zwei Entführungsopfern und einem Komplizen verurteilt. Auseinander gingen die Meinungen indes zum vierten Angeklagten, Michel Nihoul. „Nihoul rettet seine Haut“, lautete die Schlagzeile des Boulevardblatts „La Dernière Heure“ am Tag nach dem Verdikt: Der vorbestrafte Betrüger, der lange als Dutrouxs Verbindungsmann zu Kinderschänder-Ringen galt, wurde vom Vorwurf der Beteiligung an den Entführungen freigesprochen. Das Gericht verurteilte ihn jedoch als Chef einer Bande von Drogen- und Menschenhändlern. Das sei doch keineswegs ein „gutes Urteil“ für Nihoul, meinte Opfer-Vater Marchal. „Wenn ich es gut verstanden habe, riskiert der Mann jetzt 20 Jahre Gefängnis.“

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