Effenberg neigt generell zur plakativen Ausdrucksweise
Effenberg muss 100 000 Euro Strafe zahlen

Bei einer Verkehrskontrolle soll Fußballer Stefan Effenberg einen Polizisten als "Arschloch" tituliert haben. Dafür forderte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von 100 000 Euro wegen Beleidigung. "Effe" muss nun blechen.

HB BRAUNSCHWEIG. Die Richterin des Braunschweiger Amtsgerichtes sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der 35-Jährige im Februar einen Polizisten nach einer Verkehrskontrolle „Arschloch“ genannt hat. Die Beamten hatten ihn wegen zweier Geschwindigkeitsüberschreitungen angehalten. Für diese Verkehrsdelikte muss er zudem je 200 Euro zahlen.

Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von 100 000 Euro gefordert. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Effenberg und seine Freundin Claudia Köhler, die vor ihrer Scheidung Strunz hieß, hatten ausgesagt, „Effe“ habe dem Beamten nach einer Verkehrskontrolle einen „schönen Abend“ gewünscht.

„Ich hatte am Ende des Vorfalls „Schönen Abend“ gesagt“, versicherte Effenberg. Der Beamte habe daraufhin „wie bitte?“ gefragt. „Da habe ich ihm noch einmal betont gesagt „Schönen Abend““, sagte der frühere Nationalspieler im voll besetzten Gerichtssaal. Der Polizist und sein Kollege wollen hingegen eindeutig das Wort „Arschloch“ gehört haben.

Effenberg war kontrolliert worden, weil er der Anklage zufolge auf der Autobahn A 2 Berlin-Hannover zwei Mal die Geschwindigkeit um 32 Stundenkilometer überschritten haben soll. „Ich bin ein bisschen zügig gefahren, das gebe ich zu.“ Er gehe aber davon aus, höchstens zwischen 10 und 20 Stundenkilometer zu schnell gefahren zu sein.

Bereits in seiner Autobiografie „Ich hab's allen gezeigt“, die im Mai auf Anhieb an die Spitze der Bestsellerliste stürmte, war Effenberg durch eine deftige Ausdrucksweise aufgefallen. 1994 war der Fußballer wegen eines ausgestreckten Mittelfingers von der Weltmeisterschaft in den USA nach Hause geschickt worden. Jetzt spielt er in Katar. Zur Tatzeit war er Profi des VfL Wolfsburg. Gegen einen Strafbefehl über 100 000 Euro hatte er Widerspruch eingelegt.

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