EHEC-Epidemie
EHEC-Welle in Deutschland größter Ausbruch weltweit

Die Zahl der EHEC-Toten in Deutschland steigt weiter an. Hamburger Mediziner setzen nun auf eine neue Behandlungsform. Die EU-Gesundheitsbehörde gibt inzwischen eine dramatische Warnung ab.
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Berlin/Hamburg/Kiel/Sevilla Die Zahl der EHEC-Toten ist am Wochenende auf zehn gestiegen. Alle Opfer stammten aus Norddeutschland. Viele Patienten liegen in äußerst kritischem Zustand auf der Intensivstation. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bekräftigte am Sonntag die Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salat. Bundesregierung, Länder und Behörden wollen die Ausbreitung des Darmkeims an diesem Montag in einem Spitzentreffen in Berlin beraten. 

„Die Lage ist ausgesprochen ernst“, sagte Prof. Jörg Debatin, Vorstandschef des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE). „Wir werden weitere Menschen verlieren.“ Von den rund 80 Patienten liegen vier Kinder und 14 Erwachsene auf der Intensivstation. Insgesamt haben 30 HUS-Erkrankte keine Nierenfunktion mehr, wie Debatin berichtete. HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom, die besonders schwere Verlaufsform der EHEC-Infektion. 

Deutschlandweit wurden mittlerweile mehr als 1200 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert, in Hamburg bis Samstag 467. 

„Solange es den Experten in Deutschland und Spanien nicht gelungen ist, die Quelle des Erregers zweifelsfrei zu benennen, haben die allgemeinen Warnhinweise für Gemüse weiterhin Bestand“, sagte Aigner der „Bild am Sonntag“. In einer Emnid-Umfrage für das Blatt gaben 58 Prozent der Befragten an, derzeit auf ungekochte Gurken, Tomaten und Salat zu verzichten. Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) lässt unterdessen das Gemüse seiner Mitglieder im Labor untersuchen. Bislang seien dabei keine EHEC-Bakterien gefunden worden, berichtete der Verband in Bonn. 

Die Tests haben nach Ansicht der Bundesregierung allerdings bislang insgesamt nur begrenzte Aussagekraft hinsichtlich der Sicherheit. Derzeit sei noch nicht bekannt, an welchem Punkt der Lebensmittelkette die Kontamination der Waren stattgefunden habe, sagte der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums, Holger Eichele, der dpa in Berlin. Unklar sei auch noch, ob die bisher gefundenen EHEC-Erreger auf spanischen Gurken von einer Kontamination bei der Erzeugung herrührten. Daher seien die Sicherheitsaussagen durch Tests auf der Erzeugerseite noch von begrenzter Aussagekraft. 

In Mecklenburg-Vorpommern fanden Lebensmittelkontrolleure bei drei Gurken Hinweise auf eine EHEC-Belastung, der Erreger selbst wurde aber bislang nicht nachgewiesen. Dieser Test kann nach Angaben von Landesverbraucherschutzminister Till Backhaus (SPD) noch bis Mitte der Woche dauern. Woher die in Lebensmittelläden und Gaststätten sichergestellten Gurken stammten, wollte der Minister nicht sagen. 

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  • Ich finde, dass die ganze Sache mit dem EHEC-Virus übertrieben wird. Denn es sterben täglich tausende von Menschen an normalen Virus Erkrankungen. Dies soll mal wieder eine Taktik von der Politik sein, die Preise irgendwie hochzukurbeln. Bestes Beispiel war die Schweinegrippe. Darüber redet heutzutage keiner mehr. Die Menschheit ist äußerst naiv geworden und lässt sich schnell in eine gewisse Panik versetzen. Außerdem schätze ich, dass dieses Thema in paar Monaten vom Tisch kommt. Desweiteren würde ich mir nur sorgen machen, wenn sich dieses EHEC-Virus weltweit verbreitet und zich tausende Menschen deswegen ums Leben kommen. Noch zu bedenken ist, dass nach ca. zwei Wochen 18 Menschen bei diesem Virus gestorben sind und etwa 2000 Menschen an den Virus erkrankt sind. Eine Epidemie würde ich dies nicht nennen. Hinzu kommt, dass die Hygiene der Menschen nicht vergleichbar ist, wie die vor ca. 20-30 Jahren. Die Menschen sind selber schuld, wenn sie sich hygienisch nicht richtig verhalten. Was ist daran so schwer, sich die Hände zu waschen bzw. keinem mehr die Hand geben oder sich nicht im Gesicht anzufassen?

    Meiner Meinung nach sollte man keine Panik verbreiten, wenn ein neuer Virus auftaucht. Wenn sich daraus eine Epidemie entwickeln würde, dann wäre es schon zu spät.

    Darüber hinaus würde es einige Monate oder sogar Jahre dauern, um einen Impfstoff produzieren zu können bzw. herauszufinden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Anton B.

  • Ja, genau. Und die Toten sind erfunden und die Krankenhäuser sind leer.
    Vollidiot!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Leider werden durch manche Boulevardblätter und teils auch im TV die Dinge hysterisiert. Diesen Bericht des HB schließe ich ausdrücklich dabei ein! Der Bericht ist eine einzige Frechheit. Es wird lediglich das wiederholt, was bereits über alle Kanäle bekannt ist. Over newsed but underinformed.
    Was ist jetzt mit dem blöden Gemüse? Genügt es das einfach zu waschen, was man normalerweise sowieso macht (und die Hände auch)? Oder ist es dann immer noch gefährlich? Der ganze lange Artikel dreht sich nur um Mutmaßungen und hilflose Aktionen von Dritten. Die naheliegende Frage: "Wie kann ich mich schützen?" wird selbstverständlich nicht beantwortet. Das ist kein Journalismus, sondern armselig. Schade, dass auch das HB nur noch die Leute verarscht und die Meldungen abschreibt.

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