Ehren-Lola für Mueller-Stahl
Drei Favoriten beim Deutschen Filmpreis

Bei der 57. Verleihung des Deutschen Filmpreises am Freitag läuft alles auf einen Dreikampf hinaus. Zu den Favoriten zählen neben der Romanverfilmung „Das Parfum“ auch die Filme „Vier Minuten“ und „Die Fälscher“. Großer Star beim diesjährigen Filmpreis kann Hannah Herzsprung werden.

HB BERLIN. Tom Tykwers Romanverfilmung „Das Parfum“ über einen Frauenmörder konkurriert am Freitagabend mit dem Gefängnisdrama „Vier Minuten“ von Chris Kraus (beide je acht Nominierungen) und Stefan Ruzowitzkys KZ-Film „Die Fälscher“ (sieben Nominierungen) um die begehrte Trophäe, die Lola. Der mit 2,845 Millionen Euro dotierte Filmpreis wird in insgesamt 15 Kategorien vergeben. Er gilt als der bedeutendste deutsche Kulturpreis.

In der Königskategorie „Bester Spielfilm“ können sich neben den drei Favoriten noch „Emmas Glück“ von Sven Teddicken, „Wer früher stirbt ist länger tot“ von Marcus H. Rosenmüller sowie "Winterreise“ von Hans Steinbichler Chancen auf die Lola ausrechnen. Allein die Nominierung in dieser Kategorie ist mit jeweils 250 000 Euro dotiert. Der Sieger erhält noch einmal diese Summe.

Tykwer schildert in „Das Parfum“ nach dem gleichnamigen Bestseller von Patrick Süskind die Geschichte eines Mörders, der versucht, den Duft junger Frauen in einem Parfum zu destillieren. Den opulent ausgestatteten und mit mehr als 50 Millionen Euro Herstellungskosten teuersten deutschen Film aller Zeiten sahen bereits mehr als 5,5 Millionen Menschen allein in Deutschland. Kraus erzählt in „Vier Minuten“ die berührende Beziehungsgeschichte zweier ungleicher Frauen im Gefängnis. Die eine ist jung und als Mörderin verurteilt, die andere ist alt und gibt Klavierstunden. „Die Fälscher“ behandelt ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutscher Zeitgeschichte: Es geht um die größte Geldfälschungsaktion aller Zeiten. Die Nazis brauchen Devisen, um den Feind wirtschaftlich zu schwächen und lassen im KZ Sachsenhausen Häftlinge in einer Fälscherwerkstatt arbeiten.

Hannah Herzsprung gleich zwei Mal nominiert

Großer Star beim diesjährigen Filmpreis kann Hannah Herzsprung werden. Die 25-Jährige strebt die begehrte Lola zum einen für ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm (“Vier Minuten“) an, in dem sie die junge Verbrecherin porträtiert. Zum anderen hat sie auch Chancen, beste Nebendarstellerin zu werden - für ihr Spiel als sich selbst verletzender Teenie in „Das wahre Leben“. Ihre Konkurrentinnen als beste Hauptdarstellerin sind Jördis Triebel (“Emmas Glück“) und Monica Bleibtreu - ihr Gegenpart als alte Klavierlehrerin in „Vier Minuten“. Bereits bekannt ist, dass Armin Mueller-Stahl mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wird.

Der mit über vier Millionen Besuchern erfolgreichste deutsche Dokumentarfilm aller Zeiten, „Das Sommermärchen“ über die Fußball-WM, hat absurderweise keine Chancen auf eine Lola. Der Film lief bereits im Dezember im Fernsehen. Das ist für die Regularien des Filmpreises zu früh.

Die Nominierungen wurden zum dritten Mal von der Deutschen Filmakademie und ihren rund 860 Mitgliedern vorgenommen. Die Preisträger werden in geheimer Abstimmung von allen Akademie-Mitgliedern gewählt. Dieses Wahlverfahren rief erneut Kritik bei Regisseuren wie Hans Weingartner, Andres Veiel und Fatih Akin hervor. So erklärte Weingartner, selbst Akademie-Mitglied, das „Massenabstimmungsverfahren“ mache es „radikalen, künstlerisch innovativen Filmen extrem schwer“.

Die Verleihung im Berliner Palais am Funkturm, zu der mehr als 2 000 Gäste erwartet werden, wird von Michael „Bully“ Herbig moderiert und zeitversetzt vom ZDF um 21.15 Uhr ausgestrahlt. Im vergangenen Jahr war das mittlerweile auch mit einem Oscar ausgezeichnete Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck der große Gewinner.

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