Eichmann-Prozess
Richter Mosche Landau gestorben

Mosche Landau hatte den Vorsitz bei einem der Aufsehen erregendsten Gerichtsverfahren der Geschichte Israels: 1961 sprach er in Jerusalem das Todesurteil über den NS-Verbrecher Adolf Eichmann.
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JerusalemMosche Landau, vor 50 Jahren Vorsitzender Richter im Prozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann in Jerusalem, ist am Sonntag gestorben. Er war am Freitag 99 Jahre alt geworden. Am Montag gedenkt Israel der sechs Millionen Opfer des Holocausts, jenes gigantischen Massenmordes, der von Eichmann organisiert wurde.

Der Eichmann-Prozess mit den erschütternden Aussagen Überlebender wurde 1961 im israelischen Rundfunk übertragen. Er bewirkte eine Veränderung im öffentlichen Ansehen der Holocaust-Überlebenden, die in Israel bis dahin als hilflose Opfer betrachtet von oben herab behandelt wurden.

Eichmann wurde unter Vorsitz Landaus für schuldig befunden und zum Tod durch den Strang verurteilt.

Landau, am 29. April 1912 in Danzig geboren, wurde 1953 ans Oberste Gericht Israels berufen. 1982 ging er in Pension, 1991 wurde ihm der Israel-Preis, die höchste zivile Auszeichnung des Landes, verliehen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte Landau in seiner Rede am Vorabend des Holocaust-Gedenktages in Jad Vaschem: Der Eichmann-Prozess habe auf ihn als Kind einen tiefen Eindruck gemacht. „Die Leute verneigen sich, um ihre Ehrerbietung und tiefe Anerkennung für sein Lebenswerk und seine Persönlichkeit auszudrücken“, sagte Netanjahu.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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