Ein bis drei Meter hohe Welle
Tsunami-Warnung nach Erdbeben in Indonesien

Ein schweres Seebeben vor Indonesien hat am Mittwoch Erinnerungen an die Tsunami-Katastrophe vom Dezember 2004 wachgerufen. Die Behörden zahlreicher Länder am Indischen Ozean gaben eine Tsunami-Warnung heraus.

HB JAKARTA. Der Erdstoß war hunderte Kilometer weit bis nach Singapur und Malaysia zu spüren. Das Geoforschungszentrum Potsdam gab die Stärke mit 8,0 an. Nach einem Nachbeben der Stärke 6,6 haben die indonesischen Behörden am späten Mittwochabend erneut eine Tsunami-Warnung ausgegeben.

Das Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii registrierte das Haupt-Beben sogar mit einer Stärke von 8,2 und alarmierte 27 Länder rund um den Pazifik, dass möglicherweise eine Flutwelle drohe. Die indonesischen Behörden lösten sofort Tsunami-Alarm aus. Auch die indischen Behörden gaben eine Tsunami-Warnung für die Andaman- und Nicobar-Inseln heraus. Nach knapp drei Stunden hatten die indonesischen Behörden den Alarm zunächst aufgehoben.

Die Erdbebenserie vor der indonesischen Insel Sumatra hat mindestens vier Menschen das Leben gekostet. In der Stadt Bengkulu habe es zwei Tote gegeben, teilte das indonesische Gesundheitsministerium am Abend mit. Medien berichteten von einem Opfer in Bengkulu und zwei Toten in Padang.

Das Erdbeben ereignete sich am frühen Abend vor Sumatra, um 13.10 Uhr deutscher Zeit. Vor der Westküste Sumatras lag auch das Epizentrum des verheerenden Bebens an Weihnachten 2004, das den Tsunami mit mehr als 230 000 Opfern auslöste. Das Beben hatte die Stärke 9,0. Weil sich beide Beben ähnelten, schätzte das Geoforschungszentrum Potsdam die Wahrscheinlichkeit eines Tsunamis zunächst als „sehr hoch“ ein.

Die größten Schäden wurden am Mittwoch aus der Provinz Bengkulu gemeldet. Ein Polizist berichtete einem Radiosender, er habe ein dreistöckiges Haus einstürzen sehen. Überall seien Menschen in Panik auf die Straße gerannt und teilweise mit Motorrädern von der Küste in höher gelegene Regionen geflüchtet. In der Provinz fielen Strom und Telefonnetze aus, so dass es schwierig war, einen Überblick zu gewinnen.

Der Erdstoß erschütterte auch die Provinz Banten in Westjava. In der 600 Kilometer entfernten Hauptstadt Jakarta schwankten Hochhäuser und Menschen liefen auf die Straßen. Auch in Singapur und Kuala Lumpur wurden einige Hochhäuser geräumt.

Das Erdbeben ereignete sich nach Angaben der US-Geologiebehörde etwa 130 Kilometer südwestlich von Bengkulu in rund 30 Kilometer Tiefe. Die Provinz Bengkulu hat rund 1,4 Mill. Einwohner. Vor der Nordküste von Java war im August ein Beben der Stärke 7,5 registriert worden. Dabei kam niemand zu Schaden. Indonesien ist häufig von Erdbeben betroffen, weil dort zwei tektonische Platten aneinander stoßen.

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