Ein Ende des Prozesses wird noch für diese Woche erwartet
Michael Jacksons Gesundheitszustand wieder schlechter

Noch in dieser Woche soll Popstar Michael Jackson schuldig oder frei gesprochen werden. Der Angeklagte selbst zeigt sich unterdessen gesundheitlich angeschlagen. Am Sonntagnachmittag musste der Sänger wegen Rückenschmerzen im Krankenhaus behandelt werden.

HB SANTA MARIA. Während US-Popstar Michael Jackson im Prozess wegen mutmaßlichen Kindermissbrauchs auf das Urteil der Geschworenen wartet, hat er sich am Sonntag wieder in ein Krankenhaus begeben. Der Zustand Jacksons, der während des viermonatigen Prozesses immer wieder Rückenprobleme gehabt habe, habe sich verschlechtert, sagte eine Sprecherin des Sängers.

In dem Prozess wird Michael Jackson unter anderem vorgeworfen, im Jahr 2003 auf seiner Neverland-Ranch in Kalifornien einen damals 13-jährigen Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und sexuell missbraucht zu haben. In teilweise drastischen Schilderungen beschrieb der heute 15 Jahre alte Teenager im Zeugenstand, wie der Sänger ihn unsittlich berührte und ihm häufig Alkohol zu trinken gab. Doch der Hauptzeuge wurde bei Lügen und widersprüchlichen Aussagen ertappt. Lehrer und Neverland-Mitarbeiter stellten ihn als wilden, streitlustigen Jungen dar, der gerne Unfug anstellt. In einer britischen TV-Dokumentation war der dunkelhaarige Junge Hand in Hand mit Jackson zu sehen, den er damals liebevoll als Daddy und als besten Freund bezeichnete.

Staatsanwalt Ron Zonen zeigte der Jury am Freitag noch einmal Auszüge aus einem Polizeivideo, in dem der damals 13-jährige Junge den angeblichen Missbrauch durch Jackson beschreibt. Der Junge sei von der Person, die er am meisten liebte, missbraucht worden, sagte Zonen. Jacksons Anwalt Thomas Mesereau hatte den Beschuldiger in seinem Schlussplädoyer erneut als Lügner und Betrüger dargestellt. Der Junge und dessen Familie planten mit ihren fabrizierten Vorwürfen gegen den Sänger „den größten Betrug ihres Lebens“, führte Mesereau vor der Jury aus. Dieser Prozess sei ein „Albtraum“ für Jackson. Ein Freispruch sei das „einzige richtige Urteil“.

Sollte Michael Jackson in allen zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft. Die Geschworenen - acht Frauen und vier Männer - hatten bereits am Freitag nach den letzten Plädoyers von Anklage und Verteidigung zum ersten Mal beraten. Sie sollen ihre Beratungen heute fortsetzen.

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