Ein Kandidat mit vielen Katholiken
Porträt: Norberto Rivera Carrera

Kardinal Norberto Rivera Carrera (62) vertritt mit Mexico eines der größten katholischen Länder der Welt. Rivera gilt als ein eher konservativer Kirchenmann. Er steht der Organisation Opus Dei nahe.

HB MEXICO-STADT. Kardinal Carrera erklärte vor kurzem, Spekulationen über ihn als möglichen Kandidaten entbehrten jeder Grundlage. Als Oberhirte Mexikos mit seinen 105 Millionen Einwohnern, über 80 Millionen davon Katholiken, ist er aber klar ein Favorit auf das Papstamt.

Rivera wurde 1942 im Dorf Purísima im Staate Durango in Zentralmexiko geboren. Lange Jahre hat er die Diözese geführt, zu der auch der Wallfahrtsort Guadelupe gehört. Das Heiligtum im Norden von Mexiko-Stadt zählt nicht zuletzt durch die Besuche von Papst Johannes Paul II. zu den bedeutendsten Stätten des Katholizismus in Lateinamerika.

Seit 1995 steht Rivera an der Spitze der mexikanischen katholischen Kirche. Damals war er der jüngste Kardinal Lateinamerikas. Den politischen Umbruch in Mexiko seit dem Jahr 2000 hat er mit viel Geschick begleitet, indem er die Kirche nicht in die sich zuspitzende Konfrontation zwischen dem konservativen Staatspräsidenten Vicente Fox und dem linksgerichteten Bürgermeister von Mexiko-Stadt hineinziehen ließ. Zu beiden hat er stets pragmatische Beziehungen unterhalten.

Im Sinne des Kurses von Johannes Paul II. tritt auch Rivera klar für ein konservatives Weltbild ein, in der die traditionelle Familie eine dominierende Rolle spielt. „Sonst finden wir uns in einer Welt wieder, die die neuen Generationen blendet und die sie nicht das Wunder des göttlichen Planes erblicken lässt“, predigte er neulich. Rivera ist seit 1966 Priester. Er hat sich während seiner Karriere stets auch um den Priesternachwuchs gekümmert. 18 Jahre lang war er Mitglied des Priesterseminars in seiner Heimat Durango. Er ist außerdem Mitbegründer einiger christlicher Vereinigungen, darunter die „Bewegung der christlichen Familie“.

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