Ein Sturm nach dem nächsten
Keine Entwarnung: Auf „Johanna“ folgt „Kirsten“

Kaum sind in Großbritannien die Flughäfen wieder geöffnet, kündigt sich das nächste Sturmtief über dem Nordatlantik an - und nimmt Kurs auf den Nordwesten Deutschlands.

HB OFFENBACH. „Das Tief ist kleiner, aber sehr intensiv“, sagte Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Dienstag. „Kirsten“ dürfte von Mittwochmittag an mit Wucht über Deutschland hinwegfegen.

Besonders betroffen sind neben den üblichen Bergregionen die Gebiete im Nordwesten Deutschlands. So muss dort verbreitet bis ins Flachland mit Sturmböen um 80 Stundenkilometer - entsprechend Windstärke neun - und schweren Sturmböen um 100 Stundenkilometer - entsprechend Windstärke zehn - gerechnet werden, wie der Wetterdienst mitteilte. Örtlich können sogar orkanartige Böen um 110 Stundenkilometer (Windstärke 11) auftreten. In exponierten Gipfellagen wie zum Beispiel dem Brocken wird laut DWD volle Orkanstärke zwölf erreicht.

Wie der Deutsche Wetterdienst am Dienstag in Offenbach weiter mitteilte, gehen gleichzeitig die Temperaturen deutlich zurück. Die Schneefallgrenze sinkt von 1 200 auf bis zu 600 Meter. Im Süden soll es nach der Vorhersage zudem teils länger anhaltenden und ergiebigen Regen geben, örtlich auch Gewitter. In der Mitte und im Norden sind schauerartige Regenfälle gemeldet, vereinzelt auch Gewitter.

Die Tageshöchsttemperaturen gehen laut Wetterdienst am Mittwoch im Norden auf rund acht Grad, sonst auf Werte zwischen neun und 13 Grad zurück. In der Nacht zum Donnerstag gehen bei starkem bis stürmischem Westwind Regenschauer, oberhalb etwa 400 bis 600 Meter Schneeschauer nieder. Am Alpenrand schneit es leicht bis zum Morgen. Die Temperatur sinkt auf fünf bis null Grad, im höheren Bergland gibt es leichten Frost. Es ist gebietsweise mit Schneeglätte zu rechnen.

Ursache des turbulenten Wetters sind laut Engel starke Temperaturgegensätze zwischen Neufundland und Südgrönland sowie dem südlich davon liegenden Atlantik. Während an der kanadischen Ostküste derzeit Höchstwerte von minus 15 bis minus 20 Grad herrschten, liege die Temperatur über dem Atlantik wenige hundert Kilometer südlich rund 20 Grad höher. Aus diesem starken Kontrast erhielten die Tiefs ihre Energie und brausten mit Sturmstärke nach Europa.

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