Eine halbe Million Menschen sollen vor erneutem Sturm fliehen - Urlauber können kostenlos stornieren
Hurrikan „Frances“ nimmt Kurs auf Florida

Erst vor drei Wochen wütete Hurrikan "Charlie" in Florida, tötete 20 Menschen und zerstörte ganze Landstriche. Jetzt rast der Wirbelsturm "Frances" auf die Küste zu. Gouverneur Jeb Bush vehängte den Ausnahmezustand. Der Hurrikan soll Freitag Nacht auf Land treffen.

HB MIAMI. Die Behörden forderten gestern 500 000 Bewohner des Küstenstreifens um Palm Beach auf, ihre Häuser zu verlassen. Den Einwohnern wurde empfohlen, Fenster mit Schutzplatten zu sichern und sich mit dem Nötigsten einzudecken. Gouverneur Jeb Bush verhängte den Ausnahmezustand und aktivierte damit die Nationalgarde. Er verzichtete wegen der Wetterlage auf seine Teilnahme am republikanischen Parteitag und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. „Wir sind vorbereitet“, sagte er.

Der Bundesstaat war erst vor knapp drei Wochen von dem verheerenden Hurrikan „Charley“ heimgesucht worden. Orkanböen hatten dabei zehntausende Häuser zerstört und beschädigt und Milliardenschäden verursacht. Mindestens 20 Menschen waren ums Leben gekommen.

Das Hurrikan-Zentrum in Miami ortete das Zentrum des neuen Sturms heute rund 135 Kilometer südöstlich der Bahamas. Auf den zu Großbritannien gehörenden Inseln Caicos und Turks wurden bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 125 Kilometern pro Stunde Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt. Das Zentrum warnte auf den Ferieninseln Eleuthera und Grand Bahama vor gefährlichen Flutwellen und Hochwasser mit vier Meter über dem normalen Wasserstand.

Wo genau der Hurrikan auf die US-Küste trifft, ist noch unklar. Selbst der nördlich von Florida gelegene Bundesstaat Georgia verhängte den Ausnahmezustand. Das Hurrikan-Zentrum rechnet mit ersten Ausläufern spätestens am Freitag. Der Hurrikan gehört zur Kategorie vier einer fünfstufigen Skala und entwickelt Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern in der Stunde.

„Egal wo das Sturmzentrum liegt, Frances hat Auswirkungen auf ein Riesengebiet“, sagte der Direktor des Zentrums, Max Mayfield. Drei Bezirke um Miami beschlossen, die Schulen am Donnerstag und Freitag zu schließen. Dort sollen, falls nötig, Notunterkünfte eingerichtet werden.

Urlauber können geplante Reisen in das Hurrikangebiet jetzt kostenlos stornieren. Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht hin. „Weil sich die Gefahr konkret verdichtet hat, reicht das jetzt als Grund für die kostenlose Stornierung aus“, sagte der Rechtsanwalt der Gesellschaft, Rochus Strangfeld. Es müsse nicht erst zu Schäden am Urlaubsort kommen. Im Anschluss an den Sturm entscheiden aber die Umstände vor Ort, ob ein Urlaub kostenlos storniert werden kann.

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