Eine Ikone für Sinnsuchende
Beatles-Guru Maharishi Yogi ist tot

Seine größten Anhänger kamen aus Glitzerwelt des Showbiz, aber auch für Millionen andere soll er Vorbild gewesen sein. Am Mitttwoch starb der Begründer der Transzendentalen Meditaion Maharashi Yogi. Seine Bewegung wurde zum weltweiten Phänomen, doch seine Anhänger mussten sich auch mit seiner dunklen Seite auseinandersetzen.

DEN HAAG. Der indische Meditationslehrer Maharishi Mahesh Yogi, dessen transzendentale Philosophie durch die Beatles in den 60er Jahren weltweit bekannt wurde, ist im Alter von etwa 91 Jahren gestorben. Der Guru starb am Dienstagabend im Hauptsitz seiner Transzendentale Meditation (TM) im niederländischen Vlodrop, wie TM-Sprecher Bob Roth mitteilte. Der Maharishi (“Große Seher“) sei friedlich eingeschlafen.

Erst vor drei Wochen hatte der Maharishi seinen Rückzug aus der Bewegung bekanntgegeben, die er seit den 50er Jahren zu einem weltumspannenden Imperium mit Millionen von Anhängern ausgebaut hatte. „Er hat gesagt, er habe alles erreicht, was er sich vorgenommen hatte“, sagte Roth. Seine letzten Tage habe er mit dem Studium alter indischer Texte verbringen wollen. Einer seiner engsten Berater, John Hagelin, sagte, die Leiche des Gurus werde zur Beisetzung voraussichtlich nach Indien überführt werden.

Maharishi wurde vor allem wegen der Beatles zu einer Ikone im Hippie-Mystizismus der 60er Jahre. Seine Lehren gewannen auch medizinische Anerkennung für die alte indische Technik der Bewusstseinskontrolle durch transzendentale Meditation. Er begann damit 1955 und brachte die Praxis 1959 in die USA. Die Bewegung gewann aber erst an größerer Popularität, als die Beatles 1967 eine seiner Vorlesungen in Wales beuschten um ein Jahr später zu ihm nach Indien zu reisen.

Allerdings verlief die Begegnung des „Großen Sehers“ mit den Superstars nicht immer problemlos. Es kam zum Streit, nachdem Gerüchte in Umlauf gekommen waren, der Maharishi habe sich ungebührlich der Schauspielerin Mia Farrow genähert. John Lennon schrieb darauf eine bittere Satire, „Sexy Sadie“. Paul McCartney und George Harrison erklärten Jahre später, dass die Farrow-Story nicht gestimmt habe.

Mit Hilfe von Stars - neben den Beatles auch Mike Love von den Beach Boys, Clint Eastwood und der Regisseur David Lynch - wurde Maharishis Meditationslehre ein Millionengeschäft. Jeden Morgen meditieren schätzungsweise rund fünf Millionen Menschen nach seiner Lehre. „Bekämpfe nicht die Finsternis. Bring das Licht, und die Finsternis wird verschwinden“, war ein „Mantra“ Maharishis, das er 2006 in einem Interview wiederholte.

Seine Bewegung finanzierte sich von Spenden und Gebühren. Ein Meditationskurs kostete 2 500 Dollar. Mit den Einnahmen wurden „Friedenspaläste“ der Bewegung gebaut - und hunderte Schulen in Indien.

2001 gründeten seine Anhänger im US-Staat Iowa eine eigene Stadt, Vedric City. 2005 wurde sie die erste vollbiologische Stadt, in deren Grenzen der Einsatz von Pestiziden und Dünger verboten ist. Skeptiker machten sich allerdings über den Plan des Maharishis lustig, mit zehn Billionen Dollar und der Förderung biologischen Anbaus in Entwicklungsländern die Armut in der Welt zu überwinden.

Berichten zufolge wurde der Maharishi am 12. Januar 1917 als Mahesh Srivastava in Mittelindien geboren. Er studierte Physik in Allahabad und wurde dann Sekretär eines hinduistischen Geistlichen. Zunächst residierte er in Indien, 1990 zog er in das ehemalige Franziskanerkloster bei Vlodrop. Der indische Musiker und Guru Ravi Shankar sagte zu seinem Tod, er werde nie die Zeit vergessen, die er in den frühen Jahren mit dem Maharishi verbracht habe: „Der Maharishi hat das Fundament für eine neue Welt gelegt, die auf Vedas und Spiritualität beruht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%