Einkaufszentrum „Alexa“
15 Verletzte bei Schnäppchenjagd in Berlin

Beim Ansturm auf einen neuen Elektronikmarkt im „Alexa“-Einkaufszentrum am Berliner Alexanderplatz 15 Menschen verletzt worden. Rund 5 000 Besucher hatten sich von Mitternacht an in den Markt gedrängt. Nachdem sich die Situtation auch nach Stunden nicht entspannte, machte die Polizei den Laden kurzerhand dicht.

HB BERLIN. Nach Feuerwehrangaben brach gegen 1.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch eine Panik an den Notausgängen aus. Im Gedränge hätten einige Menschen Schwächeanfälle und Knieverletzungen erlitten. Die Glastür des Haupteingangs hielt dem Andrang nicht stand und zersplitterte, einige Besucher zogen sich Schnittverletzungen zu. Sechs Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht.

In den Verkaufsräumen wurden Warenbehälter niedergetrampelt und offensichtlich zahlreiche Kleinteile wie USB-Sticks gestohlen, wie Augenzeugen berichteten, die nicht genannt werden wollten. Die Wartezeit an der Kasse habe bis zu drei Stunden betragen. Einige Kunden hätten Computer oder Flachbildschirme gleich in zweistelligen Stückzahlen gekauft.

Die Eröffnung des Marktes, der Teil eines großen Einkaufszentrums am Rande des Alexanderplatzes ist, war für Mitternacht angesetzt und von einer umfangreichen Werbekampagne mit zahlreichen Sonderangeboten begleitet worden. Der Andrang überstieg dann die Erwartungen.

Die Polizei war eigenen Angaben zufolge mit 100 Beamten vor Ort vertreten. Ihre Versuche, die Konsumwut zu kanalisieren, mündeten gegen 02.00 Uhr in der Schließung der Eingänge. Von da an durften nur noch diejenigen kaufen, die es bis dahin in die Verkaufsräume geschafft hatten. Als sie gegen 05.00 Uhr ebenfalls den Markt verlassen hatten, wurde er ganz geschlossen und erst gegen 08.00 Uhr wieder geöffnet, ebenso wie die meisten anderen Geschäfte in dem Zentrum.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft protestierte gegen „solchen Unsinn“. Polizisten würden mit solchen Einsätzen von wichtigeren Aufgaben abgehalten. „Ganz offenbar hat auch beim Normalverbraucher eine Tendenz zur Gewaltbereitschaft im Gedränge eingesetzt, anders lassen sich die Verletzungen nicht erklären.“

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