Einkaufszentrum
Belagerung in Nairobi wird zum Nervenkrieg

Die Belagerung des Einkaufszentrums in Nairobi dauert bereits drei Tage. Die Einsatzkräfte rücken immer weiter vor. Offenbar haben sie die Terroristen in die Enge getrieben. Ergeben wollen sich die Islamisten aber nicht.
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NairobiDie Lage in dem von Islamisten besetzten Einkaufszentrum Westgate in Nairobi hat sich am Montag dramatisch zugespitzt. Am Mittag stieg plötzlich dichter schwarzer Rauch aus dem Gebäude auf. Kurz zuvor hatten Ohrenzeugen mehrere laute Explosionen gehört. Nach Angaben des Innenministeriums hatten die Angreifer das Feuer selbst ausgelöst, um die Einsatzkräfte zu verwirren. „Sie wollten versuchen zu fliehen“, sagte Militärchef Julius Karange. „Aber es gibt für sie kein Entkommen.“

Die Militäraktion ging am Abend unvermindert weiter. Innenminister Ole Lenku sagte, wahrscheinlich seien die Einsatzkräfte noch die ganze Nacht im Einsatz. Ein Ende des Geiseldramas sei jetzt aber abzusehen. Das Terrorkommando der somalischen Islamistenmiliz Al-Shabaab hatte am Samstag das Einkaufszentrum gestürmt. Nach neuen Angaben kamen 62 Menschen um, rund 175 wurden verletzt.

Wie viele Menschen sich noch in dem vierstöckigen Gebäude befinden, war am Montagabend weiter unklar. Das Innenministerium bestätigte über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass 3 der 10 bis 15 Terroristen getötet worden seien. Weitere seien offenbar verletzt worden. Auch elf Soldaten wurden verwundet. Zehn Verdächtige seien im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen worden und würden derzeit verhört.

Dem Militär gelang es im Laufe des Tages, alle vier Stockwerke unter Kontrolle zu bringen. Die Täter hatten zudem offenbar nur noch wenige Geiseln in ihrer Gewalt. „Wir haben die Situation unter Kontrolle, es gibt keinen Grund zum Alarm“, erklärte Lenku.

Entgegen anderslautender Meldungen handelte es sich bei allen Tätern um Männer. Jedoch hätten sich einige von ihnen als Frauen verkleidet, um die Polizei in die Irre zu führen. Die Islamisten hatten das beliebte Einkaufszentrum am Samstag gestürmt und Geiseln genommen. Am Montag wurden immer noch 63 Menschen vermisst.

Militärchef Karange betonte, die Al-Shabaab-Terroristen stammten aus verschiedenen Ländern. Es handele sich um eine „multinationale Gruppe“. Er fügte hinzu: „Wir wissen, wer diese Leute sind. Wir kämpfen hier gegen globalen Terrorismus.“ Einzelne Nationalitäten nannte er nicht. Die finnische Regierung prüft derweil Berichte, ein Finne sei unter den Tätern.

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Zahl der Todesopfer sank

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  • Ja jetzt fehken doch die Kommentare von hafnersp und Zecke? Verschwörungen des Mossad und ähnliche Kommentare waren doch von diesen "Herrschaften" zu erwarten.......Lol

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