Einsatz für Supernasen

Hunde erschnüffeln ausgebüxte Hunde

Verschwindet ein Haustier, geht oft eine verzweifelte Suche der Halter los. In Essen helfen ausgebildete Trail-Hunde: Ihre feinen Nasen spüren winzigen Geruchsspuren nach – mit Erfolg.
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Die Hündin Feline und ihr Frauchen Mandy van den Borg sind auf der Suche nach einem verschwundenen Hund. Quelle: dpa
Marathon für Supernasen

Die Hündin Feline und ihr Frauchen Mandy van den Borg sind auf der Suche nach einem verschwundenen Hund.

(Foto: dpa)

EssenAls Django davongelaufen war, musste Supernase Feline helfen. Die Australian-Shepherd-Hündin ist Pet-Trailer. Mit Frauchen Mandy van den Borg folgt sie der Spur von entlaufenen Tieren. Sie macht sich zunutze, dass Feline viel mehr Riechzellen hat als ein Mensch. Suchhundeinsatz heißt der noch junge Verein in Essen, der es sich auf die Fahnen schreibt, verschwundene Tiere wieder aufzuspüren.

Django war ausgebüxt und hatte seine Flexileine mitgerissen, die sich in einem Griffkästchen aufrollt. Das Klappern des Kästchens auf dem Asphalt jagte den verschreckten kleinen Hund immer weiter. Django rannte durch einen Park, über eine Autobahnbrücke, in eine Gartenanlage.

Mandy van den Borg wird verständigt. Sie schnallt Feline das Such-Geschirr um, hält ihr eine Decke aus Djangos Körbchen vor und kommandiert: „Riech!“ Sofort speichert Feline den Duft ab. Dann das Kommando „Go!“. Die Suche beginnt.

Hunde im zweiten Pelz
Winterbekleidung Hundemantel
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Die Temperaturen sind im Keller, Schnee ist vielerorts gefallen und die Modenschau auf deutschen Hundewiesen und Gehwegen hat begonnen. Die Laufstegschönheiten tragen mal schicke Outdoor-Jäckchen, wie diese Windhund-Grazien in München, mal trendige Strickpullover. Früher eher eine Ausnahme, hat Winterbekleidung für Hunde in Deutschland längst Einzug gehalten. Und zwar nicht nur bei den kleinen Schoßhündchen, deren Bäuche dem gefrorenen Erdreich so bedenklich nahe kommen.

Mäntel für Hunde
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Auch Besitzer von recht großen Hunden oder gar für Wachzwecke gedachten Tieren greifen Experten zufolge immer häufiger zum Wintermantel. Der Catwalk kann auch zum „Dogwalk“ werden, wie hier Sandra Neuwerck, Filialleiterin von V.I.Pets, einer Hundemode-Firma in Hamburg, an ihrem Hund Jamali demonstriert.

Dackeldame Donna
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„Sie mag das. Sie wackelt dann immer so mit ihrem Hinterteil“, sagt Adrianne Straub über ihre Hündin Donna. Die Kurzhaardackel-Dame steckt in einem schwarz-rot-grauen Strickoberteil, Hosenträger inklusive. Ein angedeuteter Rock akzentuiert den Hüftschwung. Straub hat die Kreation selbst gestrickt. Ebenso jene für ihre zwei weiteren Dackel, mit denen sie an der Hamburger Alster unterwegs ist. „Wir haben auch gekaufte Mäntel, aber dafür ist es noch nicht kalt genug“, sagt Straub. Die Tiere seien so nah am Boden, da sei ein Kälteschutz schon sinnvoll.

Mäntel für Hunde
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Wer sich in Fachgeschäften umhört, erfährt, dass viele Hundebesitzer ähnlich denken. Sandra Neuwerck hat deshalb gerade neue Pullover bestellt. „Sobald es kälter wird, kommen viele Kunden“, sagt die Expertin für Hundebekleidung. Noch etwas neuer sei, dass auch größere Hunde mit Winterkleidung ausstaffiert würden. „Mode spielt dabei gar nicht so eine große Rolle. Es soll vor Nässe und Kälte schützen.“ Ihr eigener Hund Jamali, ein Rhodesian Ridgeback, habe daher von Anfang an einen funktionalen Mantel bekommen. Bei Rassen ohne wärmende Unterwolle im Fell sei das sinnvoll.

Mäntel für Hunde
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Wer will, kann bei V.I.Pets für eine Kombi aus wärmender Weste und Regencape schon mal mehr als 300 Euro auf den Tisch legen. „Der Markt hat mittlerweile eine große Bandbreite“, erklärt Neuwerck, die mit V.I.Pets im vornehmen Hamburger Stadtteil Rotherbaum sitzt.

Berlin Hund mit schuhen
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Auch Tina Rudolf vom Stuttgarter Laden „Stilhund“ bestätigt: „Das mit den größeren Hunden hat so in den vergangenen drei Jahren angefangen.“ Ähnliches berichtet Ulrike Schubert von der Hundeboutique „Dogs an der Kö“ in Leipzig. Wohl auch ein Grund: Viele Hundebesitzer lassen ihre Lieblinge mittlerweile während der Arbeit professionell betreuen. Und in vielen Hundetagesstätten seien Mäntel Pflicht, egal ob kleiner Vierbeiner oder mächtiger Jagdhund. Ob es dann gleich die volle Montur wie bei diesem Hund in Berlin sein muss, ist natürlich weiterhin fraglich. Doch zuletzt wurde auch Hugh Jackmans Bulldogge Dali mit Mantel und Schühchen gesichtet – auch die Welt der Stars hat der Trend also erreicht.

Rauhaar Dackel
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Udo Kopernik, Sprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen in Dortmund, erklärt: „Wir haben es da mit einem gesellschaftlichen Wandel zu tun.“ Hundekleidung habe es aber im Grunde schon immer gegeben – Stichwort Dackeldecke. „Es liegt eher daran, dass die Hunde die Städte erobert haben“, sagt Kopernik. Mehr Zeit in beheizten Wohnungen bedeute weniger Anpassung an den kalten Winter. Da macht das Toben im Schnee mit entsprechendem Schutz eben tatsächlich mehr Spaß.

Es geht querfeldein, anderthalb Stunden lang. In Dunkelheit und strömendem Regen. Manchmal rennen sie im Kreis. Feline findet ältere Spuren von dem vermissten Tier. Doch dann stößt sie plötzlich auf frische. Und zieht immer wieder in einen Garten, Richtung Komposthaufen. Hier irgendwo muss Django sein.

Schließlich das Signal: Die Suchhündin zeigt an, dass der kleine Django gefunden ist - verheddert in einem Brombeerstrauch. Happy-End für einen der ersten Pet-Trails. Die Geschichte ist ausschlaggebend für die Gründung des Vereins Suchhundeinsatz, wie van den Borg erzählt.

„Ein Großteil der Kommunikation beim Hund läuft über seine Nase“, erklärt Tierarzt Bastian Bronnert aus Düsseldorf. „In der Luft hinterlässt ein Geruch eine Kette von Molekülen. Die kann ein Hund selbst in großer Entfernung wahrnehmen und verfolgen.“

Warum die Suche für die Hunde anstrengend ist
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