Einschätzung des Geflügelverbandes
"Virus-Ausbreitung wäre Katastrophe"

Eine Ausbreitung der Geflügelpest in Deutschland hätte nach Einschätzung des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft katastrophale Folgen für die hiesiger Geflügelbranche. Ein Anstieg der Verbraucherpreise für Eier und Geflügel ist nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) nicht zu befürchten.

Reuters BERLIN. „Das wäre eine Katastrophe, ganz klar“, sagte Siegfried Hart, Geschäftsführer des Verbands am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Konkrete Zahlen zu möglichen Schäden machte er jedoch nicht. Der neue Verdachtsfall in Nordrhein-Westfalen liege in einem Gebiet mit geringer Geflügeldichte. „Wir haben die große Hoffnung, dass man das Virus da isolieren kann“, sagte Hart. Wichtig sei, dass strikte Maßnahmen zu Notschlachtung und zu Hygiene ergriffen worden seien. Daneben helfe auch der Rhein als natürliche Grenze, eine mögliche Ausbreitung zu verhindern.

Nach Angaben der ZMP in Bonn betreiben in Deutschland rund 1500 Betriebe die Hühnermast in größerem Produktionsstil von 10 000 und mehr Tieren. Die Jahreskapazität liegt bundesweit bei insgesamt 370 Mill. Masthähnchen. Die große Mehrheit der Betriebe ist den Angaben zufolge in Niedersachsen angesiedelt, das mit seiner Nähe zu den Niederlanden ebenfalls gefährdet ist.

In den Niederlanden beziffert die Geflügelbranche nach ZMP-Informationen ihre Verluste derzeit auf 350 Mill. €. Dort brach die Geflügelproduktion seit Ausbruch der Krankheit im März um 30 % ein. Sollte die Seuche in Deutschland ebenso um sich greifen, sei hierzulande mit ähnlichen Größenordnungen zu rechnen, sagte ein ZMP-Experte. Konkrete Schätzungen seien zum jetzigen Zeitpunkt jedoch reine Spekulation. Sollte das Exportverbot in Nordrhein-Westfalen allerdings länger andauern, werde die ganze Branche durcheinander gebracht. „Dann ist die Frage, wohin mit den Tieren, denn der Produktionszyklus geht ja weiter."

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