Einsturz des Stadtarchivs
Experte: Unglück wie in Köln fast unmöglich

Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs rätseln Experten wie es zu dem Unglück kommen konnte. Sie argumentieren, dass der klassische Tunnelbau seit rund 25 Jahren eine sichere Sache sei. Normalerweise könne da nichts passieren.

HB AACHEN/KÖLN. Nach Angaben des Aachener Tunnelbau-Experten wird die Statik permanent neu berechnet und es gibt ständig Kontrollen. Bei einem Unglück wie dem in Köln müssten schon "sehr viele Zufälle und ungünstige Situationen" zusammenkommen. Der Einsturz könne aber kein Grund sein, den U-Bahn- Bau in Köln zu stoppen.

In Köln geht man davon aus, dass sich an einer unterirdischen Stelle einer Schachtwand ein Loch gebildet hat, durch das Erdreich auf die U-Bahn-Röhre gefallen ist. Die dadurch entstandenen Hohlräume haben das Gebäude nach ersten Annahmen zusammenstürzen lassen.

Beim Tunnelbau erstellen Statiker aufgrund vorhandener Daten Prognosen. Durch permanente Kontrollen würden die Annahmen immer wieder geprüft, erklärte Steinhauer. Millimetergroße Risse seien dabei nicht zu vermeiden. "Geringe Setzungsrisse werden permanent neu berechnet. Jeden Tag wird nachkontrolliert." Trotzdem müsse man sich vor Augen halten, dass sich Erdreich verändere. Dadurch könne es zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen wie beispielsweise Wassereinbrüchen, wie man sie aus dem Bergbau kenne. Das könne man in den Prognosen auch nicht berücksichtigen.

Grundsätzlich sei es kein Problem, U-Bahn-Röhren unter Gebäuden zu bauen. "Überall wird unter Gebäuden gebaut. Das ist Stand der Technik, diese Frage ist seit 25 Jahren gelöst." Es passiere äußerst selten, dass dabei ein kapitaler Gebäudeschaden entstehe. Die vorher entdeckten Risse im Stadtarchiv seien nicht unbedingt ein Hinweis auf die drohende Gefahr gewesen. Es komme auch darauf an, wie groß sie gewesen seien und wie schnell sie sich veränderten. Dem untersuchenden Statiker könne man "nicht unbedingt anlasten", dass er die Gefahr nicht erkannt habe.

Dass auch bereits der Kirchturm der Kölner St. Johann-Baptist- Kirche durch den Röhrenbau in Schieflage geraten war, kann er nicht erklären. "Das wundert mich auch, die Pannen die da passieren in der unmittelbaren Nachbarschaft", sagte Steinhauer.

Die Sorge der Kölner, die in der Umgebung lebten, könne er verstehen, sei aber aller Wahrscheinlichkeit nach unbegründet: "Der Tunnelbau ist eine sehr sichere Sache. Da kann normalerweise nichts passieren."

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